KUNSTTURNEN: Erste Quali für Kaderselektion

Über 250 Athleten, davon einige Rheintaler, zeigten kurz vor den CH-Meisterschaften Kunstturnsport vom Feinsten.

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P1-Turner mit ihrem Trainer: (v. l.) Noah Steger, Alim Arnaut, Jan Steger, Benjamin Balmer, Elias Mehnert und Trainer Serguei Chipounov. (Bild: pd)

P1-Turner mit ihrem Trainer: (v. l.) Noah Steger, Alim Arnaut, Jan Steger, Benjamin Balmer, Elias Mehnert und Trainer Serguei Chipounov. (Bild: pd)

Am Muttertagswochenende traf sich der Schweizerische Nachwuchs des Kunstturnens in Neftenbach zum ersten von drei Qualifikationswettkämpfen für die Kaderselektion. Anwesend war alles, was Rang und Namen hat. Die Konkurrenz und der Druck für die Turner aus dem Rheintal war dementsprechend gross.

Das Reck – des einen Freud, des anderen Leid

Bereits um acht Uhr morgens legten die P2-Turner am Samstag vor. Wie schon im Vorjahr bewiesen die Athleten aus dem Tessin, dass ihr Jugendförderkonzept aufgeht und sie auch 2017 ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Sowohl die Gold- als auch die Silbermedaille gingen an sie. Obwohl die Rheintaler an einzelnen Geräten ganz vorne mitmischten, fehlte die Konstanz über alle sechs Geräte. Florian Keller (SVD Diepoldsau-Schmitter) präsentierte sich in hervorragender Form und schaffte mit seinem neunten Rang gar den Sprung unter die ersten Zehn. Er vergab aber auch dieses Mal am Reck wichtige Punkte. Dasselbe Reck schien seinen beiden Vereinskollegen Sam-Maximilian Wibawa und Damian Balmer (KTV Oberriet) wesentlich besser zu liegen. Mit der drittbesten Reckübung und einer Pferdbauschenübung, die ihresgleichen sucht, turnte sich Sam-Maximilian Wibawa auf den 13. Schlussrang. Auch ­Damian Balmer zeigte eine fabelhafte Reckübung, patzte aber am Pferd, was ihn auf den 22. Schlussrang zurückwarf.

Selim Arnaut muss Schwierigkeit erhöhen

Zwei Podestplätze schnappten sich die Tessiner auch im Programm 3. Die grosse Punktedifferenz in der Schlussrangliste zeigte, dass der Sprung von der tieferen Programmklasse 2 in die Programmklasse 3 enorm ist und nicht von allen Turnern locker weggesteckt werden kann. Selim Arnaut gelang ein guter und konstanter Wettkampf. Zwei ausgezeichnete Übungen an Reck und Boden brachten ihn in die Auszeichnungsränge. Für einen Platz ganz vorne gilt es nun, den Schwierigkeitswert seiner Übungen zu erhöhen. Robin Loher schmerzten vor allem die vergebenen Punkte am Pferdbauschen, das ihn immer wieder wichtige Punkte kostet.

Ehemalige TZ-Rheintal-­Turner mit Topleistungen

Elia Hasler vom TSV Montlingen stellte sich dem nationalen Vergleich und trat erstmals in der Programmklasse 5 gegen die besten Schweizer Turner an. Verliess er den Wettkampfplatz im letzten Jahr noch verletzt, zeigte er nun einen guten, ausgeglichenen Wettkampf, mit dem er sich auf dem 15. Rang platzierte. Auch in dieser Kategorie nahmen zwei Tessiner Edelmetall mit nach Hause. In der Königsklasse P6 vertrat Nicola Graber das Rheintal würdig. Erneut zeigte er seine Klasse, indem er sich im hochkarätigen Starterfeld auf den siebten Schlussrang turnte.

Benjamin Balmer Jahrgangsbester am Reck

Am Sonntag legten die fünf P1-Turner des TZ Rheintal all ihr Können in die Waagschale. Alim Arnaut zeigte den besten Sprung des Tages und durfte den Wettkampfplatz als Neunter verlassen. Die inoffizielle Königsdisziplin, das Reck, scheint den Balmerbrüdern im Blut zu liegen, denn auch Benjamin (KTV Oberriet) zeigte eine fabelhafte Übung und war mit seinem 13. Rang Bester seines Jahrganges. Jan Steger (KTV Oberriet) turnte am Pferd persönliche Saisonbestleistung, mit 15.35 Punkten. Sein Bruder Noah Steger (KTV Oberriet) und Elias Mehnert kämpfen noch mit ihrer Form, sammeln aber stetig Wettkampferfahrung, um an den 101. Zürcher Kunstturntagen im kommenden Jahr einen Platz ganz vorne zu ergattern. (nk)

Endergebnisse der 100. Kunstturntage in Neftenbach (ZH): P1: 9. Alim Arnaut, 13. Benjamin Balmer, 16. Jan Steger, 30. Noah Steger, 33. Elias Mehnert; P2: 9. Florian Keller, 13. Sam-Maximilian Wibawa, 22. Damian Balmer; P3: 14. Selim Arnaut, 26. Robin Loher; P5: 15. Elia Hasler; P6: 7. Nicola Graber.