KUNSTRAD: Vize-Europameister

Der Kunstradvierer vom VC Rheineck kehrt mit der Silbermedaille von den Europameisterschaften in Prag zurück. Zwei Stürze bei einer ansonsten starken Fahrt kosteten den Juniorinnen den Sieg.

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Der Kunstradvierer ist Junioren-Vize-Europameister: (v. l.) Fabienne Haas, Ronja Zünd, Nadine Bissegger, Laura Tarneller. (Bild: Kunstradklick.ch)

Der Kunstradvierer ist Junioren-Vize-Europameister: (v. l.) Fabienne Haas, Ronja Zünd, Nadine Bissegger, Laura Tarneller. (Bild: Kunstradklick.ch)

Letzte Woche machten sich die Schweizer Radballer und Kunstradfahrer mit zwei Kleinbussen auf den Weg nach Prag. Der Besuch der Wettkampfstätte in der Sparta Arena war mit dem ersten Training verbunden.

Dort angekommen gab es ein erstes Nasenrümpfen. Der Wettkampfboden war ein punktelastischer Gummiboden, der eigentlich für eine Europameisterschaft, wo die Besten um eine Medaille kämpfen, vollkommen ungeeignet ist.

Schlechte Bedingungen zwingen zu Umstellungen

Es darf eigentlich nicht sein, dass Sportler aufgrund der Gegebenheiten die Elemente der Kür, welche in hartem Training lange Zeit aufgebaut wurden, wenige Tage vor dem Ernstkampf umstellen müssen. Das Beruhigende dabei war, dass alle Sportler und Sportlerinnen mit dem selben Boden und den gleichen Problemen zu kämpfen hatten. Aber auch die Belüftung der viel zu heissen Halle funktionierte nicht wirklich. Überhaupt schien die Organisation eher dem Zufall überlassen. Nach einigen Trainings haben sich die vier Rheinecker Sportlerinnen jedoch immer besser auf die Umstände eingestellt. Die erste Nervosität war abgelegt und der Umgang mit dem Boden wurde zusehends besser.

Trotz enormem Druck war die Stimmung in der Mannschaft gut. Am Samstag war dann endlich der Showdown. Am Mittag in der Halle eingetroffen, bereiteten sich die vier jungen Frauen für ein letztes Einfahren vor. Danach gab es mit dem Betreuerteam noch letzte Besprechungen und es ging ab zur Vorbereitung, wo jede ihr eigenes Mentalprogramm durchspielte.

Vor den vier Rheinecker Sportlerinnen waren die Österreicherinnen und die starke Konkurrenz aus Deutschland an der Reihe. Es war von Anfang an klar, dass es sehr eng gegen den Vierer aus dem deutschen Steinhöring werden würde. Dieser legte eine gute, wenn auch nicht einwandfreie Kür vor. Der Vierer aus Rhein­eck zeigte bis zur kritischen ersten Minute eine technisch saubere Kür.

Rheineckerinnen fangen sich nach fatalem Fehler

Bei Minute 1:40 aber dann der ­fatale Fehler, der zwei Sportlerinnen auf den Boden zwang. Das hiess zwei Stürze und empfind­liche Punkteabzüge. Was die Mannschaft aber auszeichnete, ist, dass sie sich sofort wieder sammelte und den Rest der Fünf-Minuten-Kür voll konzentriert und sauber zu Ende fuhr. Die Stürze kosteten wertvolle Sekunden, und so war das letzte Bild nicht vollständig in der Zeit, was nochmals Punkte kostete. Den Vieren war jedoch hoch anzurechnen, dass sie sich nicht aus der Ruhe bringen liessen. Somit entschieden zwei Paar Füsse auf dem Boden und ein kleiner Fehler über den Sieg.

Die deutsche Konkurrenz holte mit 187 Punkten den Titel vor dem Vierer aus Rheineck mit 181 Punkten. Auf dem dritten Rang mit 40 Punkten Abstand, was im Vierer eine kleine Welt entspricht, dann die Mannschaft der Slowakinnen. Insgesamt war es ein knappes Rennen mit einem spannenden Herzschlagfinale. Der Kunstradvierer ist damit Junioren-Vize-Europameister und Gewinner der silbernen Medaille.

Die gesamte Schweizer Delegation kam zu zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Das Geschehene zu verarbeiten wird wahrscheinlich eine Weile dauern. Aber danach wollen sich die vier Nachwuchstalente auf neue Ziele konzentrieren. (pm)