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Kunst gegen kollektiven Hass

Der künstlerischen Auseinandersetzung mit fremden Kulturen bleibt Verena Brassel treu. Auch dem stummen Protest gegen das Unrecht. Sie sucht aber vermehrt nach neuen Ausdrucksformen.
Max Tinner
Lust auf Neues: Verena Brassel sucht nach neuen Ausdrucksformen und experimentiert dazu auch vermehrt mit neuen Materialien. Entstanden sind dabei unter anderem diese Skulpturen. (Bild: Max Tinner)

Lust auf Neues: Verena Brassel sucht nach neuen Ausdrucksformen und experimentiert dazu auch vermehrt mit neuen Materialien. Entstanden sind dabei unter anderem diese Skulpturen. (Bild: Max Tinner)

Die Altstätter Künstlerin Verena Brassel macht momentan offenbar eine Wandlung durch. Sie experimentiert vermehrt mit neuen Materialien, beispielsweise mit Glas oder speziellen Verbundwerkstoffen, deren Zusammensetzung sie allerdings ebenso wenig verrät wie die Art und Weise, mit der sie sie bearbeitet. In ihrer diesjährigen Ausstellung in der Vorweihnachtszeit zeigt sie aber Ergebnisse dieser Experimente: Eine Reihe von Skulpturen, die zwischen den Bildern aus den letzten zwei, drei Jahren wie ein Gegenpol wirken. – Allerdings nicht inhaltlich.

Angst vor dem um sich greifenden Fremdenhass

Thematisch bleibt Verena Brassel nämlich der Auseinandersetzung mit fremden Kulturen treu. Und auch dem künstlerischen Sichtbarmachen der sozialen Reibungshitze, die entsteht, wenn fremde Kulturen aufeinandertreffen. Das Unrecht, das dann begangen wird, wühlt sie nach wie vor auf. Der Fremdenhass, der weltweit wieder vermehrt zu beobachten ist, erschreckt sie – und spornt sie an, mit stummer Kunst dagegen aufzubegehren.

Verena Brassel wehrt sich damit auch gegen das Verblassen der kollektiven Erinnerung an die Gräueltaten, die während des Zweiten Weltkrieges begangen wurden. Die Kunstkurse mit angehenden Lehrerinnen und Lehrern sind ihr deshalb besonders lieb geworden. «Wer könnte der jungen Generation besser bewusst machen, was recht und was unrecht ist, als die Lehrerinnen und Lehrer», meint sie.

Kindern zeigen, wie man mit Kunst die Welt besser macht

Neu steht Verena Brassel auch Schulklassen ab dem vierten Schuljahr für Führungen durch ihr Atelier zur Verfügung. Sie ist von der Kulturvermittlung Ostschweiz (einem Kooperationsprojekt der Kulturämter der Kantone St. Gallen, Appenzell Aus­serrhoden und Thurgau) dafür angefragt worden. Die einstündigen Führungen reichen zwar nicht für eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen, die Verena Brassel antreiben. Die Kinder können dabei aber immerhin lernen, dass Kunst mehr ist, als schöne Bilder malen, nämlich eine Möglichkeit, die Welt besser zu machen.

Dazu wird Verena Brassel nächstes Jahr auch im Ausland wieder Gelegenheit haben. So wird sie an einer Gruppenausstellung in der Paks Galerie für zeitgenössische Kunst auf Schloss Hubertendorf in Blindenmarkt bei Wien teilnehmen, die von Feb­ruar bis September dauert. Absehbar ist auch eine weitere Ausstellung in Evanston bei Chicago.

Bilder, in denen man sich verlieren kann

Die bevorstehende Ausstellung in Altstätten besteht allerdings nur zu einem kleinen Teil aus Bildern, die offensichtlich aufrütteln sollen. Besonders die abstrakten Bilder Verena Brassels wollen mehr das Gemüt anregen. Solche Bilder laden dazu ein, sich beim Betrachten mit den Gedanken in ihnen zu verlieren.

Auch das eine oder andere Landschaftsbild, das zu sehen sein wird, hat diese Wirkung. Landschaften male sie eben nach wie vor auch gerne, sagt die Künstlerin. Ganz besonders, wenn sie nach intensiver Auseinandersetzung mit belastenden Themen wie Rassismus und Völkermord wieder etwas Abstand gewinnen müsse.

Hinweis
Die Ausstellung in Altstätten findet auch dieses Jahr im Atelier an der Stossstrasse 19 (auf dem Gewerbeareal Gschwend und Willi) statt: ab 24. November bis 22. Dezember jeweils samstags und sonntags von 13.30 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 9. Dezember, wird die Ausstellung zwischen 16 und 18 Uhr musikalisch von der Band Finally Sunday begleitet.

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