KULTURTREFFPUNKT: Eine lange und erlebnisreiche Nacht

Am Samstag haben Hunderte Vorarlberger und Schweizer Museen in Rorschach und St. Margrethen besucht. Bis nach Mitternacht belebten Jung und Alt die unterschiedlichen Kulturstätten.

Christina Vaccaro
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Der Weg zum Festungsmuseum wurde mit Fackeln und Kerzen er­leuchtet. (Bilder: chv)

Der Weg zum Festungsmuseum wurde mit Fackeln und Kerzen er­leuchtet. (Bilder: chv)

Über dem Eingang des Museums im Kornhaus wechselte am Samstagabend das Licht im Sekundentakt seine Farben und lud die Besucher zum Eintritt ein. Zum vierten Mal öffneten das Museum im Kornhaus sowie das Forum Würth in Rorschach anlässlich der österreichischen Ini­tiative «ORF – Lange Nacht der Museen» von 18 bis 1 Uhr nachts ihre Türen.

Shuttlebus von Lustenau bis Rorschach

Im Sinne des grenzübergrei­fenden kulturellen Austauschs wurde eigens eine Schweizer Shuttlebus-Linie von Lustenau nach Rorschach installiert, die neben den beiden Rorschacher Museen auch das Festungsmuseum Heldsberg in St. Margrethen anfuhr. Zahlreiche Angestellte wie auch Freiwillige halfen mit, den Besuchern aller Altersklassen aus der Vierländerregion ein erlebnisreiches Programm zu bieten: Die Kleinen erfreuten sich an Kunstsafaris und Bastel- und Schminkstationen. Die Grossen genossen interessante Kurzführungen durch die eindrücklichen Gänge der Festung Heldsberg, erhielten geführte Rundgänge durch Sammlungen von Picasso, Botero und Longo im Würth-Haus und staunten über die optischen Täuschungen im Kornhausmuseum.

Selber zum Künstler werden

Etwa zwei Drittel der Museumsbesucher auf Schweizer Seite waren in dieser Nacht Vorarlberger. Vor allem Familien mit Kindern und auch vermehrt junge Erwachsene nutzten das län­derübergreifende Angebot. Die Wirkung des Kulturevents beschreibt Pascal Fuhrimann, Leiter des Kornhaus-Museums, wie folgt: «Die ‹Lange Nacht der Museen› hat einen besonderen Reiz, die Stimmung ist anders. Die Gäste sind entspannter und lassen sich mehr Zeit.» Hunderte Besucher nutzten im Museum Kornhaus die Gelegenheit, Phänomene rund um Licht und Schatten zu entdecken oder sich über Vorfahren aus der Bodenseeregion zu erkunden.

Im Forum Würth konnten die Besucher in der Kreativwerkstatt selbst zum Künstler werden. An der Kunstsafari nahmen knapp 20 Kinder teil und hatten grosse Freude an verschiedensten Spielen und Mitmachaktionen. «Wir lassen uns jedes Jahr etwas einfallen, um den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten», sagt Sandra Müller, Marketing- und Kommunikationsleiterin vom Würth-Haus. An diesem Abend waren über 400 Besucher gekommen, um die Tierschau, Namibia- oder Eiszeitausstellung zu sehen.

Weg mit Fackeln beleuchtet

In St. Margrethen säumten Dutzende Fackeln und Kerzen den Weg von der Shuttlebus-Haltestelle hoch zur historischen Grenzfestung Heldsberg. Wer die zehn Minuten Fussmarsch auf sich nahm, konnte an Kurzführungen durch die Stollen teilnehmen, erfuhr an verschiedenen Stationen Interessantes über das Leben auf der Festung oder stillte seinen Hunger mit einer Gerstensuppe aus der Originalküche. «Heute sind 25 Freiwillige im Einsatz», sagt Ralf Pötzsch, Präsident des Festungsmuseums Heldsberg, und betont: «Wir machen Geschichte erlebbar.»

Christina Vaccaro