Kriesserns Sieg nach harzigem Start

Die Ringerstaffel Kriessern ist mit einem Sieg in die neue Saison gestartet. Nach misslungenem Auftakt drehten die Rheintaler auf und sicherten sich am Ende mit einem 22:15 die ersten zwei Punkte. Kriessern – Hergiswil 22:15

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Angriff ist die beste Verteidigung: David Hungerbühler (links) und Martin Grüter punkten mit bedingungsloser Offensive. (Bild: dip)

Angriff ist die beste Verteidigung: David Hungerbühler (links) und Martin Grüter punkten mit bedingungsloser Offensive. (Bild: dip)

RINGEN. Die Kriessner Halle war über Erwarten gut besetzt und die Ringsport-Fans kamen beim ersten Saisonkampf auf ihre Kosten. Obwohl beide Teams nicht ganz verbergen konnten, dass es wohl noch den einen oder anderen Kampf braucht, bis alle auf Betriebstemperatur sind, gab es spektakulären Sport zu sehen.

Zwei Debütanten beim Gastgeber

Sowohl der Gastgeber als auch die Gäste traten noch nicht in Bestbesetzung an, so kamen einige Neulinge zu ihrem ersten Einsatz in der höchsten Schweizer Liga. Einer dieser Debütanten war bis 57 kg Freistil für Kriessern Christian Wolf. Der angehende Landwirt traf bei seiner Premiere auf Patrick Rölli, und der junge Bündner holte sich gleich zu Beginn mit einer 4er-Wertung das notwendige Selbstvertrauen. Nach Punkten hüben wie drüben erwischte Rölli den Kriessner kurz vor Schluss doch noch mit einem Hüfter und legte diesen zum Schultersieg auf die Matte. Bis 130 kg Greco ging's bei den Gelb-Schwarzen gleich mit einem weiteren Neuling weiter. Andreas Brandenberger, Leihringer vom RC Oberriet-Grabs, vertrat gegen Akos Korica den an der WM engagierten Philipp Hutter. Brandenberger versuchte zwar, gegen den routinierten Korica Akzente zu setzen, doch letztlich blieb es beim Versuch. Der Hergiswiler setzte sich mit technischer Überlegenheit 15:0 durch. 0:8 nach zwei Kämpfen war gar nicht nach dem Gusto des Kriessner Anhangs und so hoffte dieser, dass Christoph Wittenwiler bis 61 kg den ersten Sieg für den Gastgeber einfahren würde. Lange sah es gegen Thomas Wisler gut aus. Wittenwiler kontrollierte den Kampf und ging scheinbar vorentscheidend 8:2 in Führung. Doch Wisler zeigte Kämpferherz und drehte mit zwei gelungenen Aktionen in den letzten 30 Sekunden den Kampf doch noch zum 8:10. Damit war der Auftakt für die Kriessner definitiv misslungen.

Jürg Hutter hatte mit den Kriessner Fans dann endlich ein Einsehen. Er liess bis 97 kg Hergiswils Urs Felber keine Chance und punktete ihn mit 16:0 aus.

Dietsche spektakulär

Im letzten Kampf vor der Pause und vor dem Unterhaltungsprogramm der Gymnastikriege Diepoldsau gab's eines der Highlights der Begegnung. Marc Dietsche traf bis 65 kg Freistil auf David Wisler. Nach kurzem Abtasten übernahm Dietsche das Zepter und schulterte den Hergiswiler mit einem sehenswerten Hüfter, der im Greco wohl mit einer 5er-Wertung belohnt worden wäre. Das Publikum wurde erstmals richtig laut und die Kriessner waren wieder dran. Der zweite von den drei Dietsches im Heimteam liess sich wohl von seinem Namensvetter inspirieren, denn Damian Dietsche hatte bis 86 kg Greco keine Mühe, den jungen Toni Kurmann noch vor Ablauf der ersten Hälfte auf die Schultern zu legen. Wer öfters bei den Kämpfen der Kriessner dabei ist, wusste nun, was kommen musste. David Hungerbühler trat bis 70 kg Greco gegen Martin Grüter an und machte das, was er am besten kann. Er griff resolut an und weil sein Gegner die gleiche Taktik fuhr, gab's tolle Würfe und Punkte zuhauf. Am Ende hatte Hungerbühler mit 20:14 die Nase vorn. Einen tollen Freistilkampf boten dann bis 80 kg Freistil Tobias Betschart und der Aufsteiger der letzten Saison, Benno Jungo. Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts, und keiner der beiden konnte sich entscheidend absetzen. Letztlich behielt Jungo mit 7:4 knapp die Oberhand. Manuel Wittenwiler machte dann bis 74 kg Freistil den Sack definitiv zu. Er lag gegen Philippe Kunz mit 6:5 in Führung, als sich dieser am Knie verletzte und zwar weiterkämpfte, aber bis zum 17:5 nur noch beschränkte Gegenwehr leisten konnte. Den erfolgreichen Abschluss des Abends machte bis 74 kg Greco Fabio Dietsche gegen Patrick Kunz. Zwar tat sich Dietsche schwerer als erhofft, doch am Ende setzte er sich doch knapp, aber ungefährdet mit 4:2 durch. (dip)

SWISS HUTTER PREMIUM LEAGUE

57 kg Freistil: Christian Wolf – Patrick Rölli 0:4; 61 kg Greco: Christoph Wittenwiler – Thomas Wisler 1:2; 65 F: Marc Dietsche – David Wisler 4:0; 70 G: David Hungerbühler – Martin Grüter 3:1; 74 F: Manuel Wittenwiler – Philippe Kunz 3:1; 74 G: Fabio Dietsche – Patrick Kunz 2:1; 80 F: Tobias Betschart – Benno Jungo 1:2; 86 G: Damian Dietsche – Toni Kurmann 4:0; 97 F: Jürg Hutter – Urs Felber 4:0; 130 G: Andreas Brandenberger – Akos Korica 0:4.

Die weiteren Kämpfe: Schattdorf – Willisau 8:29; Freiamt – Einsiedeln 25:15.