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KRIESSERN: Zünd zieht sich vom See zurück

Vier Jahrzehnte Sonnensee – so könnte Thomas Zünd, der die Anlage künftig verpachtet, einen grossen Teil seines bisherigen Lebens zusammenfassen. Eine besondere Rolle spielte die Autobahn.
Gert Bruderer
Thomas Zünd hat Sonnensee-Camping und -Badi verpachtet. (Bild: Gert Bruderer)

Thomas Zünd hat Sonnensee-Camping und -Badi verpachtet. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Die Camping- und Badeanlage hat eine interessante Geschichte, die mit der einstigen «Todesstrecke», der heutigen Autobahn in Verbindung steht.

Begonnen hatte alles mit dem Bau der Autostrasse. Für das Stück zwischen Kriessern und Oberriet wurde in den späten Fünfzigerjahren Kies abgebaut. So entstand eine riesige Grube, die sich sodann auf natürliche Weise mit Grund- und Rheinwasser füllte. Die Idee, diesen See zum Baden zu nutzen, lag nahe.

Zu jener Zeit gehörte das Grundstück dem damaligen Wirt der «Sonne», Werner Lüchinger. Der liess den See weiter ausbauen, gab ihm den heutigen Namen und trennte sich irgendwann von dem Grundstück.

20 Jahre der Vater, 20 Jahre der Sohn

1977 erwarb der Fahrlehrer Jakob Zünd, der in Altstätten an der Kriessernstrasse eine Avia-Tankstelle betrieb, die Liegenschaft. Zusammen mit seinem 13-jährigen Sohn zog er nach Kriessern um. Noch im gleichen Jahr wurden die Grünflächen beim See mit einer Mauer gesichert, so dass Wohnwagen und Mobilheime rund um den See aufgestellt werden konnten.

1997 erwarb Sohn Thomas das Sonnensee-Areal. Fünf Jahre darauf wurde das letzte Teilstück der Autobahn (vom Zollamt Au bis Diepoldsau) eröffnet. Bundesrat Leuenberger höchstpersönlich begab sich zu diesem feierlichen Akt ins Rheintal, deren Autostrasse im zurückliegenden Vierteljahrhundert 94 Menschen das Leben gekostet hatte. Dank der Autobahn entstand eine stattliche Lärmschutzmauer, die seither das Sonnensee-Gelände von der Autobahn trennt. Früher war die Strasse zwar besser zu hören, aber ebenfalls nicht zu sehen gewesen, denn ein Bauer pflanzte jeweils Mais, wo nun die Mauer steht. Thomas Zünd hat den Campingplatz im Laufe der Zeit um fast eine halbe Hektare erweitert und die Zahl der Parzellen auf 82 beinahe verdoppelt. Ein Teil des Areals ist Pachtland, 1,2 Hektaren sind es total, dazu kommt der See mit einer Fläche von 0,75 Hektaren.

Rückzug aus familiären Gründen

Sechs Jahre ist es her, dass Thomas Zünd, damals 48, Vater zweier Mädchen wurde. Die Geburt der Zwillinge veranlasste ihn, aus dem Kantonsrat auszuscheiden und auch das Präsidium der SVP-Kantonalpartei abzugeben. Inzwischen ist die Familie gewachsen. Ein drittes Mädchen sowie ein Sohn kamen dazu. Thomas Zünd hat nun beschlossen, sich künftig ganz auf die Familie und sein Kerngeschäft, also sein Büro für Heizungs- und Sanitärplanung, zu konzentrieren. Camping und Bad hat er deshalb verpachtet. Ab Auffahrt ist nicht mehr er selbst, sondern Eveline Huber zuständig. Die Pächterin lebt in Rebstein und kommt mit dem Auto zur Arbeit. Natürlich nicht auf der Autobahn.

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