Kriessern holt den Meistertitel

RINGEN. Die Ringerstaffel Kriessern holt sich in einem Kampf, der wieder alles bot, nach 22 Jahren Unterbruch den Schweizer Meistertitel. Der dritte Kampf in der überfüllten Steinacher-Halle in Hergiswil endet mit 20:19 (11:10) für die Gäste.

Patrick Dietsche
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Bild: unknown

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Wenn man sich einen Final-Verlauf wünschen könnte, er würde wohl so aussehen, wie er es schliesslich tat. Hochstehende Kämpfe, Dramatik, Überraschungen und eine tolle Kulisse sorgten für Gänsehaut. Die Kriessner überraschten zum Abschluss noch damit, dass sie für Christoph Feyer erstmals Andreas Guntli, Ringer des RC Oberriet-Grabs mit Doppellizenz, aufstellten. Es sollte sich als richtige Massnahme erweisen.

Brüder Wild holen sich die Siege

Einen ersten Höhepunkt gab es gleich zu Beginn der Kampfes. Thomas Wild schaffte bis 55 kg Greco erstmals einen Sieg gegen Thomas Wisler. Obwohl er im ersten Drittel noch 0:2 unterlag, schaffte er die Wende mit einem überzeugenden 7:0 und einem hart erkämpften 4:1 eindrücklich.

Die Wende in extremis schaffte Mirco Moser bis 120 kg Freistil im folgenden Kampf: Er gab etwas unglücklich das erste Drittel mit 0:2 ab. Dies beflügelte seinen Kontrahenten Werner Suppiger derart, dass er auch im zweiten Umgang mit 3:0 in Führung ging. Doch Moser zeigte einmal mehr einen unglaublichen Kampfgeist und drehte das Drittel noch zum 5:3. Im entscheidenden Drittel liess er beim 1:0 nichts mehr anbrennen und brachte den Kampf souverän nach Hause.

Urs Wild machte dann den guten Start für die Kriessner perfekt. Nachdem die letzten Begegnungen gegen Pascal Jungo sehr knapp ausgingen, zeigte der Kriessner diesmal seine ganze Klasse. Jungo mühte sich zwar, doch er war mit dem 0:4 und 2:4 noch gut bedient. Phillip Hutter schaffte zwar gegen Martin Suppiger bis 96 kg Greco auch im vierten Anlauf keinen Sieg, doch er erarbeitete sich beim 1:3 und 1:2 einen Mannschaftspunkt.

Im letzten Kampf vor der Pause war die Reihe am 18-jährigen David Hungerbühler und seiner Mission Mannschaftspunkt. Auch diesmal traf er bis 66 kg Greco auf den Internationalen Patrick Stadelmann. Hungerbühler holte schon im ersten Umgang den erhofften Punkt, musste sich aber beim 2:8 auspunkten lassen. Im zweiten Drittel hätte es fast eine Sensation gegeben: Der Kriessner konterte einen Hüfter von Stadelmann so geschickt, dass er fast zum Schultersieg kam. Stadelmann befreite sich in extremis und sorgte mit zwei 3er-Wertungen für ein vorzeitiges Ende. Die 11:10-Pausenführung liess die Kriessner weiter vom Titel träumen.

Bis 84 kg Freistil gelang Sandro Moser eine markante Steigerung gegen Thomas Suppiger. Hatte Moser in den Vorkämpfen keine Chance, hielt der Bündner in den Kriessner Reihen den Kampf offen und musste sich schliesslich nur knapp mit 0:2 und 2:3 geschlagen geben.

Graf und Dietsche «zu Null»

Steven Graf hatte gegen Marco Hodel bis 66 kg Freistil die Vorgabe, einen «zu-Null»-Sieg zu holen. Er kämpfte überlegt und machte beim 2:0 und 2:0 alles richtig.

Hart ging es bis 84 kg Greco zur Sache. Akos Korica und Mario Baumgartner zeigten den erwartet ausgeglichenen Kampf, doch zum Leidwesen der Rheintaler lagen die Vorteile nach dem ersten Drittel (1:0 für Baumgartner) eher beim Hergiswiler. Schliesslich musste Baumgartner sich mit 0:4 und 0:5 geschlagen geben. Es war der erste und auch der letzte Dämpfer für die Kriessner. Auch Damian Dietsche bekam einen taktischen Auftrag für seinen Kampf bis 74 kg Greco: Siegt er ohne Punkteverlust, würde im letzten Kampf eine Punkteniederlage mit einem Kriessner Wertungspunkt zum Meistertitel reichen. Dietsche kämpfte trotz seiner Jugend gegen Raphael Kaufmann abgeklärt und holte sich die Begegnung mit 3:0 und 1:0.

Damit lag es im letzten Kampf an Andreas Guntli, den notwendigen Punkt gegen Alen Kacinari bis 74 kg Freistil zu holen. Guntli hatte zu Beginn des Kampfes zwar eine Schrecksekunde zu überstehen, doch er schaffte schon im ersten Drittel den Punkt zum 4:1. Damit hätte Kacinari einen Schultersieg landen müssen, um den Rheintalern den Meistertitel noch zu nehmen, doch Guntli brachte den Kampf und den Titel mit einem taktisch klugen Kampf sicher nach Hause. Sein 1:3 für die Mannschaftswertung liess die Kriessner jubeln und sowohl Ringer wie Anhang in einen kollektiven Freudentaumel verfallen.

Guter Beginn und feuchtfröhliches Ende: Thomas Wild (Blau) besiegt erstmals Thomas Wisler, sein Bruder Urs verspritzt den Champagner. (Bilder: Yves Solenthaler)

Guter Beginn und feuchtfröhliches Ende: Thomas Wild (Blau) besiegt erstmals Thomas Wisler, sein Bruder Urs verspritzt den Champagner. (Bilder: Yves Solenthaler)

Mario Baumgartner: Proscht! (Bild: unknown)

Mario Baumgartner: Proscht! (Bild: unknown)

Mirco Moser (Bild: unknown)

Mirco Moser (Bild: unknown)

Steven Graf (Bild: unknown)

Steven Graf (Bild: unknown)

David Hungerbühler (Bild: unknown)

David Hungerbühler (Bild: unknown)

Damian Dietsche (Bild: unknown)

Damian Dietsche (Bild: unknown)

Trainer Pal Lubszki und Sandro Moser. (Bild: unknown)

Trainer Pal Lubszki und Sandro Moser. (Bild: unknown)

Philipp Hutter (Bild: unknown)

Philipp Hutter (Bild: unknown)

Andreas Guntli (rechts) (Bild: unknown)

Andreas Guntli (rechts) (Bild: unknown)