KRIESSERN: 170 Kubikmeter Holz für eine Gemüse-Halle

Der Landwirt Heinz Rohner will die von ihm produzierten Feldfrüchte zentral kühlen. Deshalb lässt er bei seinem Hof eine gigantische, 1800 m2 grosse Holzhalle bauen.

Kurt Latzer
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Um die 112 Zentimeter dicken und 44 Meter langen Dachträger zu montieren, fuhr schweres Gerät auf. (Bild: Kurt Latzer)

Um die 112 Zentimeter dicken und 44 Meter langen Dachträger zu montieren, fuhr schweres Gerät auf. (Bild: Kurt Latzer)

KRIESSERN. Spielfiguren gleich, stehen die Arbeiter auf einer Hebebühne. Fast 14 Meter über der Betonplatte, die der Halle als Fundament dient. Der Dachsparren, in den sie ellenlange Schrauben treiben, ist 112 Zentimeter dick und 44 Meter lang. Um die riesigen Träger zu heben, hat Sepp Steiger, Geschäftsführer von Frei Holzbau in Kriessern einen Spezialkran kommen lassen. Die in seinem Betrieb vorproduzierten Wandelemente stellen seine Mitarbeiter mit zwei kleinen Baukränen ins Lot.

Fast drei Jahre für die Baubewilligung

«Die Halle misst 44 mal 40 Meter. Für deren Bau haben wir rund 170 Kubikmeter Holz verarbeitet», sagt Steiger. Den Hof im Gebiet Krummensee bewirtschaftet die Familie Rohner. Rohners betreiben auf rund 25 Hektaren Fläche Milchwirtschaft und Gemüsebau, den Betrieb leitet Heinz Rohner. Den Plan, eine Kühlhalle mit neuem Hofladen und Betriebsleiterwohnung zu bauen, hat er schon lange.

Gerne hätte er schon früher gebaut. «Bis wir die Baubewilligung bekommen haben, sind leider fast drei Jahre vergangen», sagt der junge Landwirt. Nun hofft Heinz Rohner, dass er seinen neuen Hofladen im Dezember eröffnen kann. Die etwa acht Meter hohen Kühlzellen sollen nächsten Monat geliefert und montiert werden. Heute gibt der Vieh- und Gemüsebauer viel Geld aus für die externe Kühlung seiner Feldfrüchte. Die Zimmerleute und die anderen Handwerker schwitzen unter ihren Helmen. Wand für Wand, Dachträger für Dachträger kommen an die vorgesehenen Stellen. Alles passt, auch wenn die Leute hin und wieder etwas mit Spanngurten und Holzschlegeln nachhelfen müssen. Sepp Steiger möchte das schöne Wetter nutzen.

Rohbau bis Ende der Woche fertig

«Manchmal hat man das Gefühl, alles könnte irgendwie schneller gehen. Bei den Dimensionen allerdings haben Vorsicht und Genauigkeit Vorrang», sagt Steiger. Er ist zuversichtlich, dass das Grundgerüst der Holzhalle bis Ende der Woche steht.

Heinz Rohner lacht, als er auf die Dimensionen der «gigantischen» Halle angesprochen wird, für deren Bau der Landwirt Betriebe aus der Gemeinde oder der näheren Umgebung berücksichtigt. «In meinen Augen ist die Halle nicht besonders gross», sagt der Kriessner Landwirt. Vor ein paar Jahren habe er beim Aufbau der Halle der Feldhof Gemüse AG, in der Näher des Grenzübergangs Oberriet-Meiningen, geholfen. «Die Halle ist fast viermal so gross wie meine neue», sagt Heinz Rohner.

Und dann ist da noch das «Körpsafäscht», das auf Rohners Hof zwar Tradition, aber schon länger nicht mehr stattgefunden hat. Er wolle das Fest erst wieder organisieren, wenn der Neubau abgeschlossen ist, hat der junge Landwirt einst gesagt. Heinz Rohner hofft, dass die Bauerei im nächsten Frühling ein Ende hat und alle Teile des Neubaus bezugsbereit sind. Inklusive des neuen Hofladens. «Dann feiern wir im Herbst vielleicht Tag der offenen Tür und das <Körpsafäscht>», sagt Heinz Rohner.