Kreuzlinger Firma geprellt

Die Gillming & Co. aus Kreuzlingen fordert vom Mitteldeutschen Rundfunk eine Million Euro Schadenersatz. Grund ist eine Talkshow, die in Auftrag gegeben, aber nie produziert worden ist.

Nicole D'orazio
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kreuzlingen/leipzig. Vor einem Jahr hätte die Kreuzlinger Musik- und TV-Produktionsfirma Gillming & Co. für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) die Talkshow «Generationen-Dialog» produzieren sollen. Doch dazu ist es nie gekommen. Der mittlerweile suspendierte MDR-Unterhaltungschef Udo Foht, der den Auftrag gegeben haben soll, sagte die Termine angeblich kurzfristig immer wieder ab, wie «Der Spiegel» in seiner neuesten Ausgabe berichtet. Die Aufzeichnungen seien immer wieder verschoben worden, der letzte geplatzte Termin soll erst ein paar Wochen zurückliegen. Die Kreuzlinger Firma erhebe nun laut dem deutschen Magazin gegen den öffentlich-rechtlichen Sender aus Leipzig Anspruch auf Schadenersatz. Dabei soll es sich um einen Betrag von einer Million Euro handeln. Doch beim MDR heisse es laut «Spiegel», dass es nur um einen Bruchteil der Summe gehe. Seitens von Gillming & Co. wollte gegenüber dem «Tagblatt» niemand einen Kommentar abgeben, da in Leipzig ein Verfahren am Laufen sei. Ein Mitinhaber der Firma ist Feri Gillming, besser bekannt als Musiker und Entertainer Jonny Hill («Ruf Teddybär eins-vier»). Die Schadenersatzklage der Kreuzlinger Firma scheint ein Kapitel in der Affäre um Udo Foht zu sein. Ende Juli ist der ehemalige Unterhaltungschef des MDR suspendiert worden. Der Sender gab als Grund an, dass Foht zu privaten Zwecken offizielles Geschäftspapier des MDR benutzt haben soll, um damit Zahlungen von Dritten zu veranlassen. Mittlerweile ist laut Recherchen bekannt, dass Udo Foht Amtsmissbrauch in mehreren Fällen begangen haben und krumme Kreditgeschäfte gemacht haben soll.

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