Kraftvolle Blasmusik und heimelige Zäuerli

Das Walzenhauser Echo vom Kurzenberg bereicherte das Kirchenkonzert der Musikgesellschaft Reute.

Max Pflüger
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Gemeinsam beschlossen die beiden Formationen das schöne Konzert. (Bild: Max Pflüger)

Gemeinsam beschlossen die beiden Formationen das schöne Konzert. (Bild: Max Pflüger)

Bei der Musikgesellschaft Reute hat es Tradition: Zu ihrem Herbstkonzert in der Kirche laden die Bläser jeweils auch eine befreundete Formation aus der Region ein. Dieses Jahr war es der Walzenhauser Jodelchor Echo vom Kurzenberg. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche begeisterten die beiden Formationen ihr Publikum mit gefälligen Klangbildern. Durch das Programm begleitete Martina Tapernoux-Tanner mit interessanten Informationen zu den Liedern und Melodien sowie ihren Komponisten.

Unter der Leitung von Hansruedi Ulmann eröffnete die Musikgesellschaft das Konzert mit «The Young Amadeus». Die Blasmusikversion des zweiten Satzes aus dem Konzert für Klarinette und Orchester KV 622 wurde von Jacob de Haan geschrieben. Mit «Eiger – A Journey to the Summit» von James Swearingen folgte die lautmalerisch erzählte Besteigung des bekannten Alpengipfels. Besonders schön erklang zum Beispiel das fein gespielte Querflötensolo von Angela Brandes. Gefällig interpretierte die Musikgesellschaft auch die von Rondo Veneziano bekanntgemachte «Sinfonia per un Addio». Im Werk von Josef Hastreiter gelang es den Bläsern, die weichen Klangwelten eines Streichorchesters nachzuzeichnen. Und mit «Marsch der Freunde» zeigten sie, dass ihnen auch stramme Blasmusik nicht fremd ist.

Die Musikgesellschaft Reute zählt mit den rund zwei Handvoll Bläsern zahlenmässig zu den kleinsten Vereinen. Mit ihren Darbietungen in der Kirche von Reute bewies sie aber, dass sie trotz der beschränkten Möglichkeiten doch ein kraftvoller und begeisternder Klangkörper ist.

Zwischen den instrumentalen Werken sangen unter der Leitung von Cécile Aregger die Gäste aus Walzenhausen. Das «Echo vom Kurzenberg» intonierte heimelige Zäuerli, die meist langsame und fast ein bisschen wehmütige Ausserrhoder Version des Naturjodels. Mit ihren schönen Stimmen zeichneten die Sopran- und Tenorstimmen feine Bogen über den sonoren Bassklängen. Den Zuhörern gefiel’s. Mit «Alpherbst», dem von der Chorleiterin arrangierten Abschiedslied der Sennen, und mit der «Bärgandacht – Herrgott, hesch du d’Wält schön gmacht» interpretierten die Walzenhauser auch zwei stimmungsvolle Jodellieder.

Gemeinsamer Schlussauftritt

1975 brillierte die italienische Band I Santo California mit ihrem Welthit «Tornero». Die Musikgesellschaft spielte die bekannte Melodie in einem Arrangement von Alex Töning. Anschliessend vereinigten sich die Jodler mit den Bläsern zum gemeinsamen Schlusslied. Der Filmhit «Conquest of Paradise» wurde von den Formationen so schön und eindrücklich interpretiert, dass sie ihn nach dem tosenden Applaus als Zugabe ein zweites Mal vortragen mussten.