Kopp das Wort erteilen

«942 Unterschriften haben wir jetzt schon», sagt Markus Waser vor der Klasse, und bestimmt kämen noch mehr zusammen. Die Tausendergrenze sei so gut wie erreicht. Die Unterschriften werden tatsächlich gesammelt – für die Volksinitiative «Keine Gesundheitskosten für Kinder».

Drucken
Teilen

«942 Unterschriften haben wir jetzt schon», sagt Markus Waser vor der Klasse, und bestimmt kämen noch mehr zusammen. Die Tausendergrenze sei so gut wie erreicht. Die Unterschriften werden tatsächlich gesammelt – für die Volksinitiative «Keine Gesundheitskosten für Kinder». Die OMR-Schüler haben die Initiative für das Projekt «Schulen nach Bern» selbst erarbeitet und weibeln nun im Bekanntenkreis und auf der Strasse; Markus Waser sammelt sogar Unterschriften in der Beiz, und selbstverständlich hat auch der Autor dieser Zeilen der Klasse 2sc seine Unterschrift nicht verwehrt. 100 Unterschriften wären – gemäss Vorgabe – genug, aber der Ehrgeiz verlangt sehr viel mehr.

Sich eine Meinung bilden

An der Wandtafel steht, was die Jugendlichen in Gruppen zu tun haben: die Initiativtexte der anderen Klassen lesen, sich eine Meinung bilden und entscheiden, welche Initiative man unterstützen will, welche nicht. In Bern, wo man bald eine Woche verbringt und die Jugendlichen sich als Parlamentarier versuchen, wird die frühere Bundesrätin Elisabeth Kopp die Heerbrugger Klasse begleiten. «Vielleicht wird sie auch etwas sagen dürfen, sofern Edwin ihr das Wort erteilt», scherzt der Lehrer. Alle lachen. Edwin Frei aus Au ist von der Klasse als Kandidat für das Nationalratspräsidium nominiert worden.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Markus Waser spricht schnell, reiht Satz an Satz, aber die Schüler scheinen kein Problem zu haben, ihm zu folgen. Der stille Beobachter denkt: «Wäre Politik doch bloss auch so effizient.»

Projekt bewirkt viel

Als die Schüler gruppenweise die umfangreichen Vorbereitungen für ihre Bern-Reise fortsetzen, sagt der Lehrer zum Journalisten: «Es ist erstaunlich, was so ein Projekt alles bewirkt.» Die Jugendlichen hätten plötzlich begonnen, Zeitung zu lesen, und würden sich wirklich für Politik zu interessieren beginnen.

So hätten Schüler schon Fragen zu bevorstehenden Abstimmungsvorlagen gestellt und den Parteiwechsel von Nationalrat Thomas Müller von der CVP zur SVP erwähnt. Ihm werden sie in Bern – so ist es vorgesehen – auch begegnen. (gb)

Aktuelle Nachrichten