«Kopflos schön» ersetzt das Pferd

Das Kunstwerk von Simon Kness ist von der Widnauerstrasse in Heerbrugg in den Viscosepark nach Widnau gezügelt. An seinem Platz steht jetzt eine Installation von Silvan Köppel.

Susi Miara
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Oft wird Kunst mit dem Satz «Kunst ist, was gefällt» definiert. «Das Pferd» von Simon Kness, das bis vor Kurzem vor dem Coiffeursalon von Jürg Rissi an der Widnauerstrasse in Heerbrugg stand, gefiel nicht allen.

Bei der Gemeindeverwaltung in Au haben sich einige Pferdeliebhaber beschwert. Der Künstler wurde aufgefordert, sein Kunstwerk zu entfernen, weil für das Aufstellen keine Bewilligung eingeholt worden war.

Kunst soll bewegen und die Strasse beleben

Eisenplastiker Silvan Köppel setzte sich damals für Simon Kness, vor allem aber für die Kunst im öffentlichen Raum ein. Vor einer Woche fand «Das Pferd» doch noch einen neuen Standort bei der Firma Quirin Sonderegger AG im Viscosepark in Widnau.

Der Streit um «Das Pferd» hat aber doch noch etwas Positives ausgelöst. Silvan Köppel gelang es, den Platz an der Widnauerstrasse für regionale Künstler zu gewinnen. Er hat mit dem Grundeigentümer und der Gemeinde eine Vereinbarung getroffen. In Zukunft soll vor dem Coiffeursalon von Jürg Rissi ein vier Quadratmeter grosser Raum für die Kunst entstehen. Dort sollen Künstler aus der Region die Möglichkeit erhalten, ihre Werke publikumswirksam zu zeigen. Als Erster nutzt Silvan Köppel diesen Raum. Seit Montag steht dort die Installation «Kopflos schön». «Damit möchte ich gleichzeitig auf meine Ausstellung <Kunst Dünger> hinweisen. Für mich ist es ein Heimspiel», sagt Silvan Köppel. Seit 15 Jahren habe er in der Region keine Einzelausstellung mehr gehabt. An der Bahnhofstrasse 23 kann er einen leeren Raum für seine Kunstwerke nutzen. Gleichzeitig will er aber auch die Bahnhofstrasse in die Ausstellung einbeziehen. Dabei möchte Silvan Köppel drei verschiedene Themen vorstellen: Arbeiten, die man von ihm kennt, das Modellieren mit Schrott und die akademische Kunst.

Mehr farbliche Akzente im öffentlichen Raum

Silvan Köppel ist überzeugt, dass entlang der Bahnhofstrasse noch viel Platz für Kunst vorhanden wäre: «Wäre die Bahnhofstrasse nicht um einiges schöner, hätte man die Stangen von einem Künstler farbig bemalen lassen?» Dies sei nur ein Beispiel, wie man Kunstwerke im öffentlichen Raum integrieren könnte. Silvan Köppel möchte sich dafür einsetzen, dass Kunst nicht mit Werbetafeln gleichgesetzt wird und im privaten und öffentlichen Raum Platz findet.

Die Vernissage «Kunst Dünger» findet am Samstag, 24. September, um 19 Uhr an der Bahnhofstrasse 23 in Widnau statt.