Kontrastreicher Liedermorgen

Matinee Mit einem Liederstrauss hatte der Männerchor Widnau am Sonntag zu einer kleinen Zeitreise eingeladen. Als Gast trat das Vokalensemble Singing Souls auf

René Jann
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Trotz schönsten Wetters und zahlreicher Festanlässe in der Region konnte Präsident Urs Buschor im nahezu vollbesetzten «Metropol»-Saal zur Lieder-Matinee willkommen heissen. Bereits die Einleitung mit «Conquest of Paradise» war ein musikalischer Hochgenuss, den nebst der Sängerschar Carlo Lorenzi als Solist am Schlagzeug und Jeanine Durot als Solistin an der Trompete sowie Franz Canaval am Klavier den Sound geprägt hatten. Der wuchtige Auftakt wurde von tosendem Applaus getragen.

So hatte Alexander Rebholz als gewiefter Moderator auch nicht zu viel versprochen, als er für die kommenden Beiträge dazu anregte, am Chorgesang Freude zu haben und diese zu geniessen. Mit Reinhard Meys Erfolgstitel «Über den Wolken» kam die «Freiheit» spürbar zur Geltung. Mit dem Schlager-Oldie «Schön war die Zeit» setzte Dirigent Rainer Moosbrugger mit gezieltem Einsatz der einzelnen Register weitere Akzente, sodass der alte Ohrwurm zu neuem Glanz erwachte.

«Kalinka» und «Juliska aus Budapest» entführten mit teils melancholischen Passagen in russische bzw. ungarische Gefilde. Wirkungsvoll kamen dabei die Tenöre und Bässe teils im Thema oder summend als Hintergrund bestens zur Geltung.

«Altes Fieber» von singenden Seelen

Das Rheintaler Vokal-Ensemble Singing Souls unter der Leitung von Marcel Sieber wurde von Alexander Rebholz als Gruppe junger Lehrer (Bettina Seiz, Petra Stadler, Marianne Oberle, Rita Sieber, Beat Zünd, Björn Wiget und Markus Waser) angesagt, die ihren Job sowie ihre Auftritte in der Freizeit mit «singender Seele» verrichten. Mit einem Ausschnitt aus ihrem neuen Programm «Altes Fieber» machten die Sänger gluschtig auf ihren Auftritt vom 18. November in der Bühne Marbach.

Mit neuzeitlich arrangierten Songs entführten sie mit entsprechender Mimik und Gestik etwa an einen Frühlingsabend in Paris, ernteten aber ebenso grossen Applaus mit dem «Only you» oder im Thema des Männerchors angepassten Song «Wir hatten eine gute Zeit».

Einen Abstecher in die Welt der Schlager machte nach der stürmisch verlangten Zugabe dann der Männerchor mit «Lady Sunshine», gefällig abgerundet im Schluss des Satzes «… ein Pärchen werden sie nie». In Rainhard Fendrichs «Herz wie a Bergwerk» brillierte der Bariton Peter Sieber, und beim vom Dirigenten super arrangierten «Barbar'Ann» war es Alexander Rebholz, der das Publikum mit seinem Solo als Tenor begeisterte. Mit «Funiculi Funicula» verbreitete die Sängerschar Ferienstimmung. Noch einmal trat Alexander Rebholz beim «Ein kleiner grüner Kaktus» als Solist in Aktion, auch er setzte die passende Mimik und Gestik ein.

Mit nicht enden wollendem Applaus verlangte das Publikum eine Zugabe, wonach der Männerchor und die Singing Souls zum Schlussbouquet ansetzten, das im Loblied auf die Frauen für einmal auf tirolerisch «I hob di gärn» im wohlverdienten Applaus und mit einem Dankeschön an alle Mitwirkenden und Freunde des Gesangs bei einem Apéro endete.

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