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KONSUM: Beim Nachbarn wird’s teurer

Nicht nur, weil der Euro immer teurer wird, lohnt sich für Rheintaler ein Preisvergleich zwischen hüben und drüben. Vielleicht entwickelt sich die Schweiz auch bald wieder zu einem attraktiven Einkaufsland.
Kurt Latzer
Skifahren im Nachbarland wird im Winter 2017/2018 bis zu acht Prozent teurer. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Skifahren im Nachbarland wird im Winter 2017/2018 bis zu acht Prozent teurer. (Bild: Archiv/Benjamin Manser)

Kurt Latzer

Fünf Personen haben sich Anfang Woche im Laden eines Lebensmitteldiscounter im Rheintal über die Preise in Österreich und der Schweiz unterhalten. «Der Preisunterschied zwischen Discountern in Vorarlberg und hier ist nicht mehr gross», sagte eine Frau. Eine andere fügte an, man müsse immer mehr aufpassen, was man ennet der Grenze einkaufe. Gewisse Produkte kosteten bereits gleich viel oder seien gar teurer als bei uns. Ein Mann, der die Frauen belauscht hatte, schloss sich der Diskussion an und sagte: «Ich habe gerade 100 Euro gewechselt und dafür mehr als 118 Franken zahlen müssen.»

Tanken allein lohnt sich kaum mehr

Für 100 Euro hat man am Mittwoch 119.85 Franken hinblättern müssen. Im März hatte der Euro in diesem Jahr den bisherigen Tiefpunkt erreicht. 100 Euro hatte man für 109.90 bekommen. Etwa gegen Mitte Jahr waren im Nachbarland auch Treibstoff und Lebensmittel günstiger zu haben. Mit dem steigenden Eurokurs haben in Vorarlberg und in den anderen österreichischen Bundesländern die Preise angezogen. Seit April sind beispielsweise Zigaretten um umgerechnet 24 Rappen pro Päckli teurer geworden, der Liter Benzin um bis zu 20 Rappen je Liter. Je nach Tankstelle und Benzinmarke lohnt es sich zurzeit kaum mehr, nur wegen des Tankens über die Grenze zu fahren.

Zuhause Skifahren womöglich günstiger

Die Preis-Prognosen 2017/2018 allein könnten den Einkaufstourismus nach Vorarlberg bremsen. Anfang Oktober war in Vorarlberger Medien zu lesen, Skifahren werde bis acht Prozent teurer. Die Preise für Tageskarten etwa stiegen deutlich stärker als im Vorjahr. «Nur in der Schweiz wird Skifahren etwas günstiger», hiess es im Vergleich Deutschland-Österreich-Schweiz. In Sölden in Tirol etwa koste das Liftticket 6,3 Prozent mehr. Deutsche Skigebiete verzeichnen laut des Berichts den höchsten Preisanstieg. Macht der Eurokurs im Winter einen Sprung nach oben, könnte sich ein Vergleich mit heimischen Skigebieten lohnen.

Kürzlich war in dieser Zeitung vom Buttermangel in der EU und den rapide steigenden Preisen zu lesen. In Frankreich haben Bäcker die Preise für Croissants massiv erhöhen müssen. In England und in Österreich hegte man die Befürchtung, die Butter könnte auf Weihnachten knapp werden. Trifft diese Prognose zu und der Euro steigt weiter, könnte der Einkaufstourismus zugunsten der Schweiz drehen. Denn hierzulande wird die Butter bestimmt nicht knapp, ausser man exportiert sie.

Im Österreicher Warenkorb ist mehr eingerechnet

Vertraut man den Vorhersagen, wird der Vorarlberger Warenkorb im kommenden Jahr um 4,1 Prozent teurer. Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Statistik ist hierzulande 2018 mit einer Teuerung von 0,2 Prozent zu rechnen.

Es gilt allerdings festzuhalten: Im Gegensatz zum Schweizer Warenkorb werden in den österreichischen Korb die effektiven Lebenshaltungskosten einberechnet, mit Heiz-, Treibstoff- und Krankenkassenkosten. Dennoch könnte es bei dieser Ent­- wicklung passieren, dass Herr und Frau Vorarlberger in naher Zukunft Teigwaren, Schoggi und vieles andere mehr wieder in der Schweiz kaufen.

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