Komik und Zauberei zugleich

WIDNAU. Michel Gammenthaler, Preisträger des renommierten «Salzburger Stiers», gastierte auf Einladung des Kulturvereins Widnau am Donnerstag im Metropolsaal und überzeugte mit seinem Talent und seiner Schauspielkunst das Publikum.

Susi Miara
Drucken
Michel Gammenthaler als Zauberer oder als Hedy Hegetschwiler. Immer wieder animiert er auch das Publikum zum Mitmachen. (Bilder: Susi Miara)

Michel Gammenthaler als Zauberer oder als Hedy Hegetschwiler. Immer wieder animiert er auch das Publikum zum Mitmachen. (Bilder: Susi Miara)

Wahrscheinlich weil die Zeit so schnell vergeht, ist Michel Gammenthaler alles gleichzeitig, sowohl beruflich als auch personell. Das Publikum hörte ihm aufmerksam zu, als er Fragen stellte wie: «Wo verbringt eigentlich die Zeit ihre freie Minute?» oder «Warum verging die Zeit als Teenager, als Schüler immer so langsam und heute saust sie geradezu davon?» – Und Gammenthaler läuft hinterher.

Schliesslich ist er auch schon bald 40, hat zwei Kinder und keine Ahnung, wo die plötzlich hergekommen sind. Um Antworten auf diese Fragen zu erläutern, griff er viele Beispiele aus seinem eigenen Leben auf und zwang auch den einen oder anderen Zuschauer, über seine Alltagsbewältigung nachzudenken und aktiv bei seinen Tricks mitzumachen.

Publikum aktiv dabei

Gammenthaler erweitert seinen Bezug zum Publikum bis auf die Bühne. Er holt Assistenten an seine Seite, die ihm seine Zaubertricks und kabarettistischen Wortspielereien vervollständigen. Seine Beschwörungen reissen Assistenten und Publikum mit. Die Zuschauer lernen mit Daumen und Zeigefinger die beiden Gehirnhälften zu verbinden. «Eine gute Übung für zu Hause, ein Training fürs Multitasking.

So entwickeln Sie die Intuition, welche der vielen Mails Sie ungelesen löschen können …», so Gammenthaler.

Mit seinen klassischen Zaubertricks kann er zwar nicht punkten, dafür aber mit seinen Assistenten, die er gleich auch selber spielt. Die Figur der Hedy Hegetschwiler verschafft ihm eine unglaubliche Nähe zum Publikum.

Frech und überzeugend parodiert er den schwulen Anti-Aging-Experten Serge, und auch der deutsche Pfleger Volker, der Hedy Hegetschwiler in der Altersresidenz betreut, bringt mit lustigen Heim-Episoden das Publikum zum Lachen. Zu seiner Verwandlungskunst braucht er gerade ein Kopftuch, eine Brille einen roten Schal oder seine eigenen langen Haare, dazu ein Gilet, und schon schlüpft er in die Rolle des Wahrsagers Dimitri Benocek mit russischem Akzent.

Gammenthaler kommt auch beim Rheintaler Publikum sofort gut an. Mit seiner spontanen Art ist er publikumsnah, und mancher findet sich im «Zeitraffer» wieder. Vor allem, als er mit 52 Pokerkarten demonstriert, wie man unwichtige Mails in einem Papierkorb entsorgt. «Falls jemand reklamiert, sagen Sie einfach, Sie hätten ein Software-Problem. Das wird heute sowieso erwartet», so sein Tip. Ohne Zugabe lässt ihn das Publikum nicht gehen. Erst nach einer artistischen Hula-Hoop-Reifen-Einlage darf er schliesslich die Bühne verlassen.

Legende mag (Bild:)

Legende mag (Bild:)

Legende (Bild:)

Legende (Bild:)

Aktuelle Nachrichten