Kolb bleibt Kolb – mit neuem Aktionariat

Die gesamtschweizerisch operierende Burkhalter Gruppe kauft die Elektrosparte der bald hundertjährigen Kolb Gruppe in Oberriet. Die vier Kolb-Unternehmen zählen 110 Mitarbeitende. Geschäftsleiter Daniel Kolb erörtert im Interview die Verkaufs-Hintergründe.

René Schneider
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Daniel Kolb, Geschäftsleiter der Kolb Gruppe. (Bild: pd)

Daniel Kolb, Geschäftsleiter der Kolb Gruppe. (Bild: pd)

«Die Burkhalter Gruppe erwirbt die Elektrosparte der Kolb Gruppe und verdichtet dadurch ihre Präsenz in der Wirtschaftsregion Rheintal.» Dies teilte Burkhalter per Communiqué mit. Die Burkhalter Gruppe ist demnach «führende Anbieterin von Elektrotechnik-Leistungen am Bauwerk und aktuell mit vierzig operativen Gesellschaften an schweizweit 96 Standorten vertreten». Zur Burkhalter Gruppe gehört die Altstätter Elektro Steiger.

Daniel Kolb, warum haben Sie das Familien-Unternehmen verkauft?

Daniel Kolb: Wir fanden in der Familie keine Nachfolgeregelung. Der Verkauf an die Burkhalter Gruppe ist die Lösung der Nachfolgefrage.

Was ändert sich für die Belegschaft?

Kolb: Grundsätzlich nichts. Die Arbeitsverträge sind mit der Kolb Elektro-Gesellschaften abgeschlossen und werden es bleiben. Die Burkhalter Gruppe übernimmt lediglich die Aktien. Die Belegschaft hat den gleichen Arbeitgeber, die Kolb Elektro-Gesellschaften, aber einen anderen Aktionär.

Also merkt auch die Kundschaft nichts von der Neuerung?

Kolb: Nein. Die Familie Kolb ist zwar nicht mehr Aktionärin der vier Firmen, sondern neu die Burkhalter Gruppe aus Zürich mit vierzig Elektrofirmen in der ganzen Schweiz. Wir sind aber weiterhin im Unternehmen in geschäftsführender Stellung tätig.

Was bedeutet der verstärkte Markteintritt der starken Burkhalter Gruppe für die übrigen Rheintaler Elektro-Unternehmen?

Kolb: Schon Elektro Steiger in Altstätten gehört zur Burkhalter Gruppe, wobei dort Burkhalter nicht direkt Aktionärin ist, sondern die St. Galler Elektrounternehmung Baumann Electro AG. Der Markteintritt im Rheintal geschieht also nicht allein über uns. Wobei man bedenken muss, dass das Elektro-Geschäft immer ein regional geprägtes Geschäft bleiben wird. Man kontaktiert für Installationen oder Reparaturen den Elektroinstallateur vor Ort oder in der Region. Das wird sich so schnell nicht ändern.

Was denn?

Kolb: Hinter der Unternehmung Burkhalter steht ein grosses Know-how, mit besonderen Synergien, vor allem wenn es um Grossaufträge geht. Burkhalter ist an gegen hundert Standorten in der Schweiz vertreten. Die Kolb Elektro-Gesellschaften und unsere Kunden werden von diesem Know-how profitieren können. Wie sich das konkret auf die Kolb Elektro auswirkt, wird die Zukunft zeigen.

Sie sind zuversichtlich?

Kolb: Ja. Der Verkauf ist eine Verstärkung der Firma Kolb. Auch die Stellung der Mitarbeiter und Kunden wird verbessert.

Was passiert mit der Kolb Protech AG, Oberriet, mit den Sparten Maschinenbau, Schlosserei, Kandelaberbau und Wicklerei?

Kolb: Diese Unternehmen bleiben im Besitz der Familie Kolb.

Was ändert sich für Sie persönlich?

Kolb: Gar nichts. Ich bleibe weiterhin Geschäftsleiter der Kolb-Firmen. Ich war zuvor Aktionär und Angestellter, und Letzteres werde ich auch weiterhin bleiben. Das war auch der Grund, warum wir uns mit der Burkhalter Gruppe schnell einig wurden. Auch der Name Kolb bleibt. Für uns ist das die optimale Lösung. Betonen möchte ich, dass die Firma Burkhalter ein sehr fortschrittlich und sozial eingestelltes Unternehmen ist. Auch das hat uns den Entscheid erleichtert.

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