Kokain statt Kaffee und Kuchen

Ein Mann soll mit Komplizen über drei Kilo Kokain in die Schweiz geschmuggelt haben. Nun steht er vor dem Landesgericht Feldkirch.

Christiane Eckert
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FELDKIRCH. Ein 41-jähriger Arbeiter soll über drei Kilo Kokain für den Verkauf sowie den Eigengebrauch geschmuggelt haben und muss sich dafür nun vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Im Prozess sagt er, es habe sich nur um Kleinstmengen gehandelt. Nach seinen Angaben um 150 Gramm. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Er muss sich wegen des Schmuggels von 1,3 Kilo für den Eigenkonsum verantworten. Beschafft hat sich der Mann den Stoff aus der Schweiz.

Treffen zu «Kaffee und Kuchen»

Zudem soll die Schweiz laut Anklage auch Ziel von holländischem Kokain gewesen sein. Auch hier soll der ursprünglich aus Bosnien-Herzegowina stammende Mann seine Finger im Spiel gehabt haben. Mindestens zwei Kilo wurden bei einem Mittelsmann im Wagen gefunden. Der Transport von Holland über Deutschland und Österreich in die Schweiz erfolgte mit Autos. Eine Person fuhr vor und kundschaftete die Grenze aus. War die Luft rein, rief man die andere Person auf dem Handy an und vereinbarte ein Treffen zu «Kaffee und Kuchen». Damit war klar, dass man unbehelligt über die Grenze kommen würde.

Im Verhandlungssaal gibt sich der Beschuldigte unwissend: Er kenne die Personen nicht, habe die Männer noch nie gesehen, die Namen würden ihm überhaupt nichts sagen. Die Polizei, die die ganze Gruppe überwacht hat, kann Gespräche, SMS und Treffen nachweisen. «Kann ich mir alles nicht erklären», sagt der Angeklagte.

Drei Männer verhaftet

Drei Personen konnte die Polizei festnehmen. Bei einem fand man über zwei Kilo Kokain im Auto. Beim Beschuldigten fand man Formen für eine Kokainpresse, eine Digitalwaage und Milchpulver, um das Rauschgift zu strecken. «Alles nur für mein eigenes Kokain, nicht für den Handel», behauptet er. Doch auch einige Zeugen geben an, er habe ihnen Kokain verkauft. Immerhin für 80 Euro pro Gramm. Mit der Qualität seien sie zufrieden gewesen. Weitere Zeugen müssen geladen werden, eine Videokonferenz mit Deutschland soll weiterhelfen. Darum wurde der Prozess vertagt.