Widnauer schreibt ein Erlebniskochbuch mit alten Rezepten

«Gurlimuzz & Schnööte» von Kläus Sieber ist ein Erlebnisbuch mit alten Rezepten und lustigen Geschichten.

Susi Miara
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Kläus Sieber ist stolz auf sein Erstlingswerk. Bild: Susi Miara

Kläus Sieber ist stolz auf sein Erstlingswerk. Bild: Susi Miara

Kläus Sieber kennt man eigentlich als Generalunternehmer und Musiker des Duos The Moods. Jetzt stellt sich der vielseitige Widnauer auch als Autor vor. Zwei Jahre lang hat er an seinem grossen Projekt, dem eigenen Buch, gearbeitet. Angeregt dazu hat ihn seine Schwester. Als er als Achtjähriger seine Mutter verlor, musste er, wenn er etwas Spezielles essen wollte, selber kochen.

«Ich hatte tolle Nachbarinnen, die mir ihre Rezepte verrieten», sagt er. Diese bewahrte er in einer Pralinenschachtel auf. Es war schliesslich seine Schwester, die ihn dazu gedrängt hat, diese Rezepte in einem Büchlein zusammenzufassen. Sie befürchtete, dass sie verloren gehen könnten.

Die märchenhafte Zahl Sieben

Ein gewöhnliches Kochbuch wollte Kläus Sieber jedoch nicht schreiben. Er verpackte schliesslich nicht nur die alten, teils mehr als 70-jährigen Rezepte in seinem Buch, sondern beschäftigte sich gleichzeitig auch mit der Resteverwertung und gezieltem Einkaufen. Um das zu erklären, schuf er vier Figuren, die in seinem Buch eine führende Rolle spielen. Die vier lustigen Charaktere «Gurlimuzz», der vife Kater; «Schnööte», die intelligente Gans; «Wolli», das Wollschwein edelster Art, und «Mähke’e», die Hippiegeiss, entlocken dem Leser ab und zu ein Lächeln. Die Vier erleben spannende und humorvolle Geschichten, die jeweils zu den passenden Rezepten erzählt werden. Ausserdem zieht sich die märchenhafte Zahl Sieben wie ein roter Faden durch sein Werk. Es beinhaltet sieben Geschichten und Grafiken, sieben Kapitel und sieben mal sieben Rezepte.

Die im Buch zusammengetragenen Rezepte, mit denen seine Nachbarinnen und Bekannten nach überliefertem Wissen für ihre Liebsten kochten, sind einfach und mit bescheidenen Mitteln nachzukochen. Sieber sagt: 

«Diese Köchinnen haben uns eine wertvolle und authentische kulinarische Botschaft hinterlassen.»

Diese Art des Kochens entspricht der damaligen Lebensart: einfach, schmackhaft, ungekünstelt und naturnah, dem Rhythmus der Natur und der Jahrzeiten folgend. Denn auch in den eher mageren Zeiten wurden sehr geschmackvolle Speisen gerade auch für Gäste mit grosser Leidenschaft gekocht. Man verwendete, was da war oder was der Garten und die Natur hergaben. Was Kläus Sieber am meisten faszinierte, war die Tatsache, dass praktisch nie etwas weggeworfen wurde und es für alles eine Verwendung in der Küche gab.

Alle Rezepte sind sehr gut und einfach beschrieben, so dass die ganze Familie diese mitkochen kann. Die Fotos animieren zum Nachmachen, der textliche Inhalt zum Lesen und Vorlesen. Schliesslich tragen auch die von Heidi Weh liebevoll gezeichneten Figuren zum Charme des Buches bei. «In meinem Buch möchte ich an die bodenständige Esskultur erinnern», sagt Kläus Sieber. Deshalb habe er die einheimische Esskultur in den Vordergrund gestellt. Bereits ist die zweite Auflage geplant, auch ein weiteres Buch ist in Arbeit.

Hinweis

Erhältlich über den Buchhandel unter ISBN 978-3-99018-497-4.