Kobelwalds «richtiger Weg»

Kobelwald ist ein besonderes Dorf. Das zeigte sich an den Bürgerversammlungen. Die Eigenständigkeit wird mit grossem Einsatz gewahrt.

Gert Bruderer
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KOBELWALD. Ganz gleich, ob in der Schulgemeinde oder in der katholischen Kirchgemeinde – hier wie dort sind laufend genug Dorfbewohnerinnen und -bewohner bereit, Verantwortung zu übernehmen und somit selbst zu bestimmen, was im Dorf wie zu laufen hat. Die Kirchgemeinde hatte keine Mühe, alle Ämter zu besetzen, auch die Schulverantwortlichen sind guter Dinge, dass sich bis zur Nominationsversammlung vom 17. Juni ein Nachfolger für Präsident Roman Ammann finden lässt, der nach 12 Jahren nicht mehr antritt. Ausserdem zieht sich auf Ende Jahr Daniel Graber nach 14-jährigem Wirken als Schulrat zurück.

Kosten pro Kind sinken bald

Die Schulzukunft ist rosig. Denn Kobelwald hat im Jahr 2006 zur Beteiligung an einer Schulfusion Nein gesagt und einen eigenen Weg gewagt. Die Schule gab ihren zweiten Standort Hub-Hard auf, verkaufte das dortige Schulhaus und gönnte sich mit dem Erlös einen Anbau an die Mehrzweckhalle. Im Jahr 2020 werden letztmals die Amortisationskosten von 180 000 Franken für die Turnhalle zu tragen sein, danach sinken die Kosten pro Schüler um 2250 Franken und Kobelwald «wird als Schulgemeinde im Kanton konkurrenzfähig sein», wie Roman Ammann am Freitagabend sagte. Im Rückblick, meinte er, sei der Kobelwalder Weg «der einzig richtige» gewesen.

Rechnung schliesst gut ab

Die Kosten werden stabil sein, die Schülerzahlen konstant bleiben, die Infrastruktur ist intakt und gut ausgebaut. Die Jahresrechnung 2015 schliesst mit einer Besserstellung von knapp 10 000 Franken gegenüber dem Budget, der Voranschlag rechnet mit einem minimalen Steuermehrbedarf von 12 000 Franken.

Die Bürgerschaft scheint rundum zufrieden, stimmte Rechnung und Budget einstimmig zu und verzichtete auf jegliche Diskussion.

Günstiger renoviert als gedacht

Auch an der Kirchbürgerversammlung herrschte Einmütigkeit. Präsident Daniel Felder freut sich über die letztjährige Sanierung des Pfarreiheims umso mehr, als die Bauabrechnung erfreulich ausfällt. Knapp 900 000 waren von der Bürgerschaft bewilligt worden, nur knapp 810 000 Franken wurden benötigt, was eine Einsparung von 10 Prozent bedeutet.

Orgeln von Schimmel befreien

Auch das Ergebnis der laufenden Kirchgemeinderechnung lässt – mit einer Besserstellung gegenüber dem Budget um knapp 40 000 Franken – nichts zu wünschen übrig. Für das Jahr 2016 beträgt der Gesamtaufwand rund 738 000 Franken, bei einem Aufwandüberschuss von 72 000 Franken. Dieser liegt im nötigen Orgelunterhalt und in der Erfordernis einer Kirchen-Innenreinigung begründet (worüber kürzlich ausführlich berichtet wurde). Der Überschuss wird aus den verschiedenen Reserven gedeckt, der Steuerfuss bleibt bei 27 Prozent.