KOBELWALD: Theater mit Herzblut aufgeführt

Beste Unterhaltung mit «D’ Lüügi Glogga»: Beim Unterhaltungsabend der Landjugend Kamor wurden am Freitagabend die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert.

Drucken
Teilen
Den Sauf- und Lügenbolden sollte bald der Spass vergehen, bei jedem Schlag der Lügenglocke. (Bilder: Theodor Looser)

Den Sauf- und Lügenbolden sollte bald der Spass vergehen, bei jedem Schlag der Lügenglocke. (Bilder: Theodor Looser)

Im Mittelpunkt der Unterhaltung in der Mehrzweckhalle stand der Schwank «D’ Lüügi Glogga» von Fred Bosch. Am Samstagnachmittag und am Samstagabend wurde die Veranstaltung wiederholt. Unter der Regie von Stefan Keel spielte Daniel Popp den Wirt und Gemeindepräsidenten Ernst Krähenbühl, Miriam Heeb seine Frau Margrit Krähenbühl, Ariane Steger in einer Doppelrolle deren Tochter Sabine und die Wahrsagerin Lukrezia, Rouven Saladin den Elektroniker und Aushilfskellner Thomas, Pascal Geisser den Gemeinderat und Bauern Fritz Rösti, Sandro Kobler den Gemeinderat und Zimmermann Heiri Sager, Peter Schlegel den Gemeinderat und Elektriker Jakob Stromer sowie Dominik Gschwend den Pfarrer Melchior Schwarz. Andrea Schlegel amtete als Souffleuse.

Lukrative Sitzung des Gemeinderates

Zur Eröffnung des Programms wurde sketchartig die Hauptversammlung der Landjugend Kamor imitiert. Der Präsident kam sofort zum Jahresrückblick, worauf alle Mitglieder sich gelangweilt zurückzogen. Trotzdem erwähnte der Präsident einige Höhepunkte des Vereinsjahres, so die Fasnacht als Familie Feuerstein, das Skiweekend mit viel Kafi Lutz, zu Pfingsten die Ausfahrt mit Ross und Wagen und die Velotour zum Bodensee. Anschliessend wurden die vielen befreundeten Delegationen begrüsst, ein Dank ging an Gönner und Sponsoren, ohne die die jährlichen Unterhaltungsabende nicht möglich wären.

Kein Geld für eine neue Glocke

Im folgenden Theaterstück «D’ Lüügi Glogga» trafen sich die Mitglieder des Gemeinderates in der Wirtschaft des Gemeindepräsidenten Ernst Krähenbühl. Dieser machte seinen drei Kumpanen den Vorschlag, je 10 000 Franken in den Bau einer Diskothek zu investieren, um dabei kräftig mitzuverdienen. In die erlauchte Runde platzte der Pfarrer mit der Hiobsbotschaft, die Kirchenglocke sei vom Turm gestürzt und zerstört. Er bat deshalb die Anwesenden um eine Spende für eine neue Glocke samt neuem Dachstuhl. Nun waren alle plötzlich arm, hatten kein Geld für die Glocke. Der ebenfalls anwesende Hilfskellner Thomas, von Beruf eigentlich Elektroniker, schmiedete daher aus Empörung einen Plan, um das Geld für die neue Glocke doch zu bekommen. Von der Wahrsagerin Lukrezia liess er das Gerücht ausstreuen, der Herrgott werde in Zukunft jedes Mal eine unsichtbare Glocke läuten lassen, sobald jemand in der Gaststube lügen, betrügen oder fluchen würde. In Wirklichkeit hatte er in einem Baum einen Lautsprecher versteckt, durch den er mit seinem Sender beliebig oft eine Glocke ertönen lassen konnte.

Als Lügner und Betrüger ertappt

So nahm das Schicksal seinen Lauf, jede Lüge und jeder Fluch, von denen es in der Wirtschaft nicht wenige gab, wurde mit Glockenläuten der sogenannten «Herrgotts Glocke» bestraft.

Der Beichtstuhl des Pfarrers war von jetzt an dauernd besetzt, zur Busse verlangte er nebst Gebeten auch Spenden an die neue Kirchenglocke. Um nicht ständig als Lügner und Betrüger ertappt zu werden, spendierten schlussendlich alle vier Gemeinderäte grosse Beträge.

Als Nebeneffekt des Ganzen traf es sich, dass die Wirtstochter Sabine und der Hilfskellner Thomas sich verliebten und bald die Glocken zur Hochzeit geläutet werden konnten. Angetreten zum Schlussauftritt bekamen alle Schauspieler, der Regisseur und die Soufleuse eingeschlossen, nicht nur einen tosenden Applaus des Publikums, sondern auch ein Geschenk überreicht. Bis in die Nacht hinein war anschliessend Tanz mit «Carinthia Live». In der oberen Kaffeestube spielten am Freitagabend die «Goldlochbuäbä», am Samstagabend die «Hendermoosbueba».

Theodor Looser