KOBELWALD: «Singet dem Herrn ein neues Lied»

Das Wort aus Psalm 98 machte Herbert Heinzle zum Motto seiner soeben uraufgeführten, zweiten Messe. Der Kirchenchor Kobelwald gestaltete am Sonntag mit den neuen Liedern die Pfingstfeier mit.

Max Pflüger
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Unter der Leitung des Komponisten führte der verstärkte Kobelwälder Kirchenchor die Schweizer Uraufführung der «Meschacher Messe» am Pfingstsonntag auf. (Bild: Max Pflüger)

Unter der Leitung des Komponisten führte der verstärkte Kobelwälder Kirchenchor die Schweizer Uraufführung der «Meschacher Messe» am Pfingstsonntag auf. (Bild: Max Pflüger)

Max Pflüger

Seit 2001 ist der Vorarlberger Herbert Heinzle Leiter des Kobelwälder Kirchenchors. Und für ihn hat er seine erste Messe komponiert. Die «Kobelwälder Messe» wurde am 25. November 2012 in der Kirche St. Sebastian in Kobelwald zum ersten Mal aufgeführt und erklang seither dort immer wieder zum Patrozinium. Nun hat Herbert Heinzle für sein Heimatdorf Meschach (Gemeinde Götzis) seine zweite Messe geschrieben.

Im Mai fanden die Uraufführungen in Meschach und Götzis statt. Am Sonntag wurde in Kobelwald die Schweizer Erstaufführung im Rahmen des Pfingstgottesdienstes gesungen. Auf­führende unter der Leitung des Komponisten waren jeweils der mit Vorarlberger Stimmen verstärkte Kirchenchor Kobelwald, am Keyboard begleitet von Barbara Koller.

Zwischen Volksmusik und Kirchengesang

Die von Herbert Heinzle kom­ponierte und getextete «Mesch­acher Messe» kam auch in der Schweiz gut an, nachdem sie bereits im Vorarlberg auf ein grosses und positives Echo gestossen war. Die gefälligen Melodien und die besinnlichen Gedanken lehnen sich zwar durchaus an die traditionelle katholische Liturgie an. Die Kompositionen sind aber auch in Anlehnung an das heimische Liedgut entstanden. Heinzles Messgesänge sind einerseits feierlich-religiöse Kirchenmusik und andererseits einfache, aber gehaltvolle Volkslieder – festlich und fröhlich zugleich. Und das gefällt.

Besonders das Schlusslied «Danksagung» mit dem Titel gebenden Psalmwort «Singet dem Herrn ein neues Lied» gefiel und trug wesentlich zum erfreulichen Erfolg der «Meschacher Messe» bei. Zu den musikalischen Höhepunkten zählte auch das «Vater unser», das von Heinzle in einem herrlich polyphonen Satz geschrieben wurde.

Kirchenmusik übersetzt Gottes Wort

Mehrfach spielte Pastoralassistent Armin Scheuter in seiner Pfingstpredigt auf das neue, kirchenmusikalische Werk des Kobelwälder Kirchenchordirigenten an. Er verglich die Ausgiessung des Heiligen Geistes mit dem Sonnenlicht, das durch Regentropfen in alle Farben des Regenbogens aufgespalten wird. Ebenso spalte sich der Geist Gottes auf in die mannigfachen Talente der Menschen, die sich dann zum Beispiel im wunderbaren Zusammenspiel eines Chores manifestieren.

Kirchenmusik sei die Übersetzung des Wortes Gottes in ein klingendes Gefühl, wie es in den neu geschaffenen Messgesängen an diesem Pfingstsonntag in Kobelwald lebendig geworden ist.