Knappes Ja für Schulhaus Buechen

Die Abstimmung zum Neubau Schulhaus Buechen erweist sich bis zum Schluss als Zitterpartie für die Behörden: Mit nur 52 Stimmen Unterschied nimmt das Thaler Stimmvolk den Kredit an.

Lea Müller
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Knapper Entscheid: Die Ja- und Nein-Stimmen lagen lange gleichauf. (Bild: Urs Bosshard)

Knapper Entscheid: Die Ja- und Nein-Stimmen lagen lange gleichauf. (Bild: Urs Bosshard)

Thal. Gemeindepräsident Robert Raths ist sichtlich erleichtert, als am frühen Sonntagnachmittag feststeht: Das Stimmvolk sagt Ja zum Kredit von 7,3 Millionen Franken, und somit kann das neue Schulhaus Buechen gebaut werden. «Endlich kann ich aufatmen», sagt er.

Hohe Stimmbeteiligung

Doch der Entscheid ist äusserst knapp gefallen: 1007 Ja-Stimmen stehen 955 Nein-Stimmen gegenüber. Der Unterschied beträgt lediglich 52 Stimmen. «Das Ergebnis überrascht mich nicht», sagt der Gemeindepräsident. «Mir war bewusst, dass der Entscheid auf Messers Schneide stand.»

Das Projekt für das neue Schulhaus Buechen hatte im Vorfeld der Abstimmung für erhitzte Gemüter gesorgt. Sowohl zum geplanten Neubau als auch zu der Standortfrage waren kritische Stimmen zu hören. Das öffentliche Interesse an den Informationsveranstaltungen der Gemeinde war ungewöhnlich gross. In Thal gab wohl schon lange keine kommunale Abstimmung mehr so viel zu reden. Entsprechend hoch war mit 49,6 Prozent auch die Stimmbeteiligung. Robert Raths führt dies auch auf die Informationspolitik der Gemeinde zurück: «Wir haben sehr früh und sehr ausführlich über das Projekt informiert.» Nicht zuletzt könnte laut Raths aber auch die bewegende nationale Abstimmung zur Waffenschutz-Initiative mehr Bürger an die Urne gelockt haben. Die Gegner des neuen Schulhauses Buechen taten sich in der Öffentlichkeit zwar hervor, zu einer Interessengemeinschaft haben sie sich aber nicht formiert. «Schade», sagt der Leserbriefschreiber Marcel Bischof aus Staad. «So konnten wir gegen das Projekt nicht genug ausrichten.» Er betont, dass ihn nicht die Ästhetik des Schulhauses störe, sondern die architektonische Ausführung. «Ich befürchte, dass es Verteuerungen geben wird», sagt er. Für Robert Raths ist aber klar: «Das Projekt kommt jetzt so zur Umsetzung wie geplant.» Die kritischen Anmerkungen der Bürger würden in der kommenden Detailplanung aber genau geprüft. Kleine Anpassungen am Projekt könnten noch vorgenommen werden, aber nur innerhalb des bestehenden Kostenrahmens.

Abbrucharbeiten im Sommer

Durch das Ja an der Urne können die Abbrucharbeiten laut Robert Raths wie geplant in den kommenden Sommerferien beginnen. Während den Bauarbeiten werden die Schüler im Schulhaus Risegg und in einem Bau-Provisorium unterrichtet. Der Bezug des neuen Schulhauses ist für den Frühling 2013 geplant.