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Kleine Oase mit grosser Bedeutung

OBERRIET. Umgeben vom Riet, von Landwirtschaft und Industrie ist das Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel ein wertvolles Trittbrett inmitten von Oberriets Naturschutzgebieten. Seit der Aufwertung im Winter 2008/09 wurden viele Tierarten beobachtet.
Angelika Rieger
Widmen sich dem Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel: Von links: Landwirt Niklaus Loher sowie die Mitglieder der Naturschutzkommission Roger Dietsche, Beni Heeb (Präsident) und Harald Herrsche. (Bild: Angelika Rieger)

Widmen sich dem Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel: Von links: Landwirt Niklaus Loher sowie die Mitglieder der Naturschutzkommission Roger Dietsche, Beni Heeb (Präsident) und Harald Herrsche. (Bild: Angelika Rieger)

OBERRIET. Zwischen dem Industriegebiet auf der einen und der Fischfarm auf der anderen Seite gelegen, liegt das Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel. Mit einer Länge von 250 Metern und einer Breite zwischen 20 und 50 Metern kommt ihm von der Grösse und dem Naherholungswert her zwar keine sehr grosse Bedeutung zu. «Innerhalb des Gesamtgebietes der Oberrieter Naturschutzgebiete aber ist es sehr wertvoll», erklärt Gemeinderat Beni Heeb, Präsident der Naturschutzkommission Oberriet. Es stellt ein Trittbrett vom Bannriet/Spitzmäder zum Naturschutzgebiet Hilpert/Alte Ziegelei und Wichenstein dar. «Als solches gilt es, der kleinen, grünen Oase besonderes Augenmerk zu schenken», so Heeb. Denn langfristig hat die Naturschutzkommission die Vision, den eingedolten Tieflöchligraben, der die Verbindung vom Felbenmaadbüchel zum Hilpert darstellt, zu renaturieren und auch den Weiher der Kläranlage in die Vernetzung der Oberrieter Naturschutzgebiete aufzunehmen.

Bis 2007 vergessen

Bis ins Jahr 2007 vergessen und erst mit der Erschliessungsstrasse ins Industriegebiet wiederentdeckt, bietet das Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel inzwischen vielen Tieren Heimat. Früher aber nannte man es nur «Lehmloch». Denn zu Zeiten der Ziegelei wurde es – wie das Naturschutzgebiet Wichenstein, die Alte Ziegelei und der Hilpert – als Lehmgrube benutzt. Später diente der Felbenmaadbüchel als Aushub-Deponie. Bis zur Aufwertung waren die Wasserflächen des Grabens fast vollständig verlandet. Lediglich alte Silberweiden und einzelne Stieleichen sowie eine Hecke auf der gesamten Länge machten den Bewuchs aus. Unter der Projekt- und Bauleitung von Roger Dietsche, Mitglied Naturschutzkommission Oberriet, wurde im Winter 2008/09 das Naturschutzgebiet Felbenmaadbüchel aufgewertet und auf der ganzen Länge verschiedene Weiher angelegt. Im Zuge der baulichen Massnahmen hat man das Gelände modelliert und die Entwässerungsleitungen der Melioration abgehängt. Schwarzpappeln, Eichen, Traubenkirschen und Nussbäume wurden gepflanzt.

Landwirt als Bewirtschafter

Die Böschungen wurden als Rheinrelief angelegt, die Blumenwiese wird seit der Aufwertung extensiv genutzt. Dies geschieht im Rahmen eines GaöL-Vertrags, der Massnahmen zum Schutz und Unterhalt von Biotopen sowie Massnahmen zum ökologischen Ausgleich unterstützt. Eine Regelung, die auch der Gemeinde zugute kommt, die kein Pflegekonzept in Auftrag geben musste. «Uns kostet das Gebiet nichts», erklärt Bauamtschef Harald Herrsche. Die Gemeinde verleibt sich deshalb auch nicht das Geld vom Kanton ein. Stattdessen ist Niklaus Loher, ehemals Pächter des Felbenmaads, für die Bewirtschaftung zuständig und erhält die Entschädigung. Loher verwendet die Maad teilweise als Viehfutter. In Absprache mit der Naturschutzkommission lässt er auch mal einen Haufen für allerhand Nützlinge liegen. «Viele Tierarten haben bereits von der Aufwertung profitiert», meint Roger Dietsche.

Viele Tierarten

Der in seiner Population stark gefährdete Teichmolch ist eine Leitart und wurde bereits nachgewiesen. Sein Laichgewässer hat Strukturen, die auch von anderen Lurchen bevorzugt werden. Deshalb zeichnen sich Gewässer mit Vorkommen des Teichmolchs durch besonders artenreiche Amphibienvorkommen aus. «Der Kammmolch folgt wahrscheinlich bald nach», ist Dietsche deshalb überzeugt. Der potenziell gefährdete Wasserfrosch ist bereits vorhanden, ebenso diverse Libellen, darunter die seltene Heidelibelle. Selten gewordene Riet- und Auenvögel finden im Felbenmaadbüchel genauso ideale Lebensräume vor wie im Hilpert, wo sich bei der Alten Ziegelei das Teichhuhn und im Hilpert der Pirol und die Krickente beobachten lässt. Der Feldhase findet Nahrung und Unterschlupf und das Nahrungsangebot für den Weissstorch ist gross.

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