Kleine musikalische Leckerbissen

RHEINECK. Im Rahmen der Konzertreihe Encore hatte die Musikschule Am Alten Rhein zu ihrem jährlichen Konzert der Lehrkräfte in das evangelische Kirchgemeindehaus Rheineck geladen.

Gerhard Huber
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Das Blechbläserensemble mit (von links) Eva-Maria Fleisch, Raphael Rebholz, Clemens Ströhle und Arne Müller spielte Barock- bis Volksmusik. (Bilder: Ulrike Huber)

Das Blechbläserensemble mit (von links) Eva-Maria Fleisch, Raphael Rebholz, Clemens Ströhle und Arne Müller spielte Barock- bis Volksmusik. (Bilder: Ulrike Huber)

Jährlich präsentieren sich die Lehrpersonen der Musikschule Am Alten Rhein von ihrer künstlerischen Seite und zeigen, um welch grossartige Musiker es sich bei ihnen handelt. In einer aussergewöhnlichen Mischung verschiedenster Instrumente in unterschiedlichen Besetzungen wurden kleine musikalische Leckerbissen präsentiert. Kleine Fluchten aus dem Alltag, bei denen sich der geneigte Zuhörer mitnehmen lassen konnte auf phantasievolle Reisen, die diese kurzen Musikstücke für Geist und Seele bereithielten. Bestens geeignet freitagabends zum Abschluss der Werktage und zum Beginn des Wochenendes.

Zartbitter bis honigsüss

Von Jazz bis zur Klassik, vom Barock bis zum Volkslied spannte sich der Bogen des Vorgetragenen, jeder Vortrag für sich wie ein kleines Konfekt, zartbitter bis honigsüss. Gleich zu Beginn ein gewagtes Duett von Christoph Indrist mit seinem Marimbaphon, einem Holzschlaginstrument, und Roland Stillhard mit dem Saxophon, die Akira Yuyamas jazziges «Divertimento for Marimba and Altsaxophon» spielten. Eine Performance wie intensiv-kräftige Dunkelschokolade mit einer Prise Peperoni und fruchtigem Orangenaroma.

Schulleiter Rainer Thiede glänzte dann mit einem Stück des Begründers der neuen spanischen Gitarrenschule, Francisco Tarrega – eine leise, romantische und doch eindeutig auf spanischen Flamencoklängen wurzelnde Komposition. Wie Milchschokolade gefüllt mit süssem Sherry. Oder, wie eine Zuschauerin flüsterte, «… mei, isch des schüü».

Ein weiterer Höhepunkt das bezaubernde Spiel von Christina Kurz auf der Harfe: Caramel mit Honig sozusagen. Die inzwischen bereits in grossen Sinfonieorchestern begehrte Harfenistin zog die Register ihres Könnens und mit der «Fantaisie sur un Thème de l'Opéra <Eugene Onegin> par Peter Tschaikowsky» das Publikum in ihren Bann.

Mit einem Stück von Nicolo Paganini, der Sonate Nr. 4 A-Dur für Violine und Gitarre, zeigten Janice Keller und Rainer Thiede ein sehr schön intoniertes, harmonisches und die ureigensten Klänge beider Instrumente hervorbringendes Duett. Ein musikalischer Genuss wie zwei Trüffelpralinen, eine mit weissem und eine mit dunklem Schokoladeüberzug.

Toblerone zum Abschluss

Zum Abschluss des Konzertabends kam dann noch ein kräftiges Stück Toblerone. Das Blechbläserquartett, bestehend aus Eva-Maria Fleisch und Raphael Rebholz an den Trompeten, Clemens Ströhle am Horn und Arne Müller an Posaune und Euphonium, spielte sich nämlich im Dreieck von Barockmusik über swingenden Jazz bis zur Volksmusik. Virtuos und mitreissend, energiegeladen und stilübergreifend. Schulleiter Rainer Thiede bemerkte im Anschluss an das Konzert treffend: «Es ist eigentlich sehr erstaunlich, welch grosse musikalische Kompetenz im Lehrkörper unserer Musikschule vereint ist.» Oder anders gesagt, wahre Nobel-Confiserie-Pralinen in einer unscheinbaren Verpackung.

Janice Keller, Violine, und Rainer Thiede, Gitarre, mit virtuosem Spiel.

Janice Keller, Violine, und Rainer Thiede, Gitarre, mit virtuosem Spiel.