Kleinbühnen zeigen Initiative

Vier Theater, fünf Tage, sechs Vorstellungen: Das Angebot der Rheintaler Kultur- und Theatertage darf sich sehen lassen. Am Mittwoch eröffnete das «Madlen» fulminant mit den Stimmakrobaten von A-Live.

Maya Seiler
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Die sechs Gesangstalente von A-Live interpretierten diverse Stilrichtungen. (Bild: Maya Seiler)

Die sechs Gesangstalente von A-Live interpretierten diverse Stilrichtungen. (Bild: Maya Seiler)

HEERBRUGG. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um A-Live, das aus der Fernsehshow von Helene Fischer bekannte Sextett, live auf der Bühne des Kinotheaters Madlen zu erleben. Begrüsst wurden sie nicht nur von Madlen-Betreiber Aldo Zäch, sondern auch von den Verantwortlichen der weiteren Rheintaler Kleinbühnen: Andrea Lenzin von der Bühne Marbach, Claudia Rohrhirs mit Theaterkind Lili vom Rebschter Kindertheater Bunterkunt und Michel Bawidamann vom «Diogenes» Altstätten. Zäch betonte, wie wichtig Zusammenarbeit sei; nicht nur in der Wirtschaft, sondern besonders auch in der Kultur. Denn wo viel gearbeitet werde, müsse auch Platz für kulturelle Erholung sein.

Auftakt zur neuen Tournée

Obwohl Jon Colbath, der Kopf von A-Live, den Auftritt als «Abschlusskonzert» ankündigte, war «ächt jetzt» eine Vorpremiere ihrer neuen Show, die ab November auf Tournée gehen wird. Die Geschichte, die dem jüngsten Projekt der Stimmakrobaten den Rahmen gibt: Fünf Männer haben eine achtmonatige Therapie hinter sich, die sie unter dem Motto «A cappella statt Knast» von ihren asozialen Neigungen geheilt haben soll. Ein mehrfacher Bigamist, ein Kleptomane, ein notorischer Lügner, ein Schlägertyp stellen sich zusammen mit Coach und Therapeut Freddie der Öffentlichkeit.

Diese witzige Rahmenhandlung sorgte immer wieder für Überraschungen und zahlreiche Lacher und liess fast vergessen, dass die begnadeten Schauspieler und Comedians in erster Linie hochtalentierte Sänger sind. Nicht nur in Stimmlage und Intonation, auch in Manierismen und in der Körpersprache schlüpften sie immer wieder in andere Interpreten der Musikszene: Beach Boys, Bill Haley, Patent Ochsner, Frank Sinatra. Ohne Instrumente, nur mit Mikrophon und Stimme, erweckten die A-cappella-Sänger den Eindruck einer Band mit Bass und Percussions-Gruppe. Für dieses rhythmische Fundament sind Stephan Schaberl, der Mann mit der Bassstimme, und Claudio Rudin, das menschliche Schlagzeug, zuständig. Sein Percussions-Solo im zweiten Teil der Show war denn auch eines der Highlights des Abends.

Sprüche und ein Running Gag

Neben der gesanglichen Individualität beeindruckte jedes der sechs Stimmwunder mit tänzerischem und komödiantischem Talent. Das Publikum freute sich über freche Geschichten und Sprüche, so von Shane Brady, alias Patrick: «In Irland sprechen die Katholiken Gälisch, die Reformierten Evangälisch» oder «Drei Bräute, das ist illegal. Weisst du, was die Strafe dafür ist? Drei Schwiegermütter.»

Ein «Running Gag» sorgte immer wieder für Lacher: Sobald einer der Gruppe sich vorstellte, um von seinen Vergehen zu berichten, wird er von den andern mit dem Zuruf ermuntert «Hey Roby (oder Billy oder Kevin), schön, dass du da bist.» Das Publikum klatschte frenetisch, sei es zu einem Rock'n'Roll- oder Western-Medley oder zu Schweizer Hits wie dem Plüsch-Song «Heimweh nach de Bärge» und wollte A-Live nach dem Schlusslied «Purple Rain» kaum gehen lassen.