Kirchenchor löst sich auf

85 Jahre nach seiner Gründung löst sich der Kirchenchor der Pfarrei auf. Das beschliesst die Hauptversammlung Anfang Jahr.

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Seinen letzten Auftritt hatte der Kirchenchor Rheineck am Kirchenfest. (Bild: pd)

Seinen letzten Auftritt hatte der Kirchenchor Rheineck am Kirchenfest. (Bild: pd)

Der Kirchenchor Rheineck wurde parallel mit dem Bau der Theresien-Kirche im Jahr 1933 gegründet – und so sind der Kirchenchor und die Pfarrei bis heute eng verbunden. Nach der Festigung der Chorgemeinschaft war der Kirchenchor in den 40er- und 50er-Jahren ein wesentlicher Motor der Pfarrei, der regelmässig zu Unterhaltungsabenden und Theateraufführungen einlud.

In den 60er-Jahren eignete sich der Chor eine immer breitere Chorliteratur an und brachte bis zu fünf Messen jährlich zur Aufführung. Im Nachgang des 2. Vatikanischen Konzils wurde die Bedeutung des Kirchenchores auch hinterfragt. Der Chor sang klassische Literatur und modernere Chorsätze.

Seit den 80er-Jahren öffnete sich der Chor für Gast- und Projektsänger und verwirklichte so auch grosse Projekte und führte vielfältige Konzerte auf mit Literatur von Haydn und Mozart. Darüber hinaus gab es die Uraufführungen der Gremminger Messe im Jahr 2003 und der Messe von Christoph Rheineck im Jahr 2008. Zweifelsohne war der Auftritt im Salzburger Dom im Jahr 2013 für den Kirchenchor Rhein­eck ein Höhepunkt.

Zahl der Chormitglieder sank stetig

Wie in vielen Chören sank die Mitgliederzahl in den letzten Jahren stetig. Werbung und alle Bemühungen, neue Sängerinnen und Sänger zu finden, waren erfolglos. Ende 2017 kündigte dann Bernd Becher nach 30-jähriger erfolgreicher Dirigententätigkeit seine Demission an. So ist es nun nicht mehr möglich, den Chor weiterzuführen. Er sang in all den Jahren sehr gerne zur Ehre Gottes. Es freute den Chor auch, wenn Gottesdienstbesucher berichteten, dass ihnen die Lieder gefielen, oder dass sie sich vom Gesang besonders berührt fühlten.

Der Pfarrei und Kirchgemeinde bleiben die Dankbarkeit für das segensreiche Wirken des Kirchenchores. In Erinnerung bleiben auch das engagierte Wirken der Chorleiter und Präsidentinnen und Präsidenten in den 85 Jahren. Die Seelsorgeeinheit Buechberg lenkt den Blick auf den Chor Cantamus. Mit ihm könnte sich ein Chor in der Seelsorgeeinheit herausbilden. Ob das so kommt, ist noch ungewiss. Viele Sänger müssen die Auflösung erst einmal verarbeiten. (pd)