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Kirchen subventionieren die Rhema

Auf rheintaler.ch konnte man einen Beitrag über den Sonntagsgottesdienst lesen, der jeweils in einem Zelt der Rheintal Messe (Rhema) stattfindet. Bisher war dieser Gottesdienst Sache der reformierten Kirche.

Auf rheintaler.ch konnte man einen Beitrag über den Sonntagsgottesdienst lesen, der jeweils in einem Zelt der Rheintal Messe (Rhema) stattfindet. Bisher war dieser Gottesdienst Sache der reformierten Kirche. Im besagten Online-Beitrag steht, dass sich nun endlich auch die katholischen Seelsorger am ökumenischen Gottesdienst beteiligen werden. Die Ökumene sei damit bei den Katholiken angekommen. So oder ähnlich vorwurfsvoll steht es auf rheintaler.ch geschrieben.

Im aktuellen katholischen Pfarrblatt ist dieser Rhema-Gottesdienst auf einer ganzen Seite angekündigt. Grundsätzlich ist nichts einzuwenden, wenn die Kirche zu den Leuten geht, um auf allen nur erdenklichen Marktplätzen und Messen Gottes Wort zu verkünden und neue Schichten von Menschen anzusprechen. Das Wort «Messe» für eine Ausstellung oder eben Rheintal-Messe stammt ja tatsächlich von der kirchlichen Messe. Denn diese Ausstellungsmessen haben ihren Ursprung in den Kirchenfesten, an denen zu Ehren der heiligen Patrone besonders festliche heilige Messen gefeiert wurden. Das ist der Grund, dass die grossen Schweizer Messen (Muba, Olma usw.) immer an den Tagen der lokalen Heiligen stattfinden, die Olma immer um den St. Gallus-Tag.

Im Pfarrblatt steht, dass der Rhema-Eintritt für die Gottesdienstbesucher gratis sei. Was aber nicht im Pfarrblatt steht: Die reformierte und die katholische Kirche haben der Rhema den Eintrittspreis für die Gottesdienstbesucher zu zahlen. Pro Gottesdienstbesucher müssen die beiden Kirchen der Rhema 6.50 Franken abliefern. Wer also einen Gratiseintritt in die Rhema will, muss den Gottesdienst besuchen. Wie das kontrolliert wird, weiss ich nicht. Muss man bei der Eintrittskasse melden, dass man zum Gottesdienst gehe oder muss man zwecks interner Abrechnung unter den Kirchen dem Billettkontrolleur zusätzlich seine Konfession bekannt geben?

Es ist bekannt, dass sich jedes Jahr scharenweise Behördenmitglieder an der Rhema versammeln, Gemeinderäte, Schulräte, Ortsverwaltungsräte und so weiter. Für diese alle, so nehme ich an, zahlt die entsprechende Korporation den Rhema-Eintritt; wie anzunehmen ist, aus Steuergeldern. Ich hätte mir nicht im Traum einfallen lassen, dass sich auch die Kirche anschliesst und aus Steuergeldern Rhema-Eintritte zahlt. Wenn man für den Besuch eines Gottesdienstes Eintritt verlangt, würde ich erwarten, dass dieses Eintrittsgeld wenigstens für einen guten Zweck verwendet wird, für arme, hungernde und verfolgte Menschen, von denen es auf dieser Erde leider immer noch zu viele gibt. Fazit: Mir scheint, hier gehe es nicht um einen ökumenischen Gottesdienst, sondern um einen ökonomischen für die Rhema.

Christoph Mattle, Sonnhaldenweg, Altstätten

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