Kernzone bleibt, was sie ist

RHEINECK. Die Rheinecker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagen Ja zum Referendum und Nein zur Totalrevision des Baureglements und der Teilrevision des Zonenplans.

Susi Miara
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Kämpften im Referendumskomitee an vorderster Front: Hansjörg Höchner und Ruth Erat. (Bild: Susi Miara)

Kämpften im Referendumskomitee an vorderster Front: Hansjörg Höchner und Ruth Erat. (Bild: Susi Miara)

Lange musste das Komitee gegen den neuen Zonenplan und das neue Baureglement auf das Resultat der Abstimmung warten. Bereits um 15 Uhr traf sich das Komitee im Restaurant Ochsen, nur einige Meter vom Gemeindehaus entfernt. Die Abstimmungsresultate liessen auf sich warten und die Hoffnung, dass das Referendum doch bei der Rheinecker Stimmbürgerschaft auf Zustimmung stossen könnte wuchs von Minute zu Minute. Um 15.45 Uhr die erlösende Nachricht: «Wir haben gewonnen». Hansjörg Höchner konnte es kaum glauben. «Ich muss das auf Papier sehen», war seine erste Reaktion. 289 Stimmberechtigte legten ein Nein in die Urne, 208 stimmten mit Ja. Die Stimmbeteiligung lag bei 28,4 Prozent.

Ausrichtung auf die Zukunft

Das Komitee freue sich, dass die Rheinecker Stimmberechtigten seinen Argumenten gegen eine Entwicklung hin zu einer Schlafstadt gefolgt sind, erklärt Hansjörg Höchner. Dank dem Nein bleibe die Kernzone das, was sie ist: ein Wechselspiel von Gewerbe, Wohnen und Freizeit. Ausserdem sei klar, dass die Bevölkerung die Altstadt mit ihren Winkeln und feinteiligen Formen ausserordentlich schätzt und erhalten möchte. Das Komitee sei zudem erleichtert, dass die bauliche Zukunft von Rheineck nun auch auf die kantonalen Grundlagen abgestimmt werden kann, die derzeit überarbeitet werden. Das Komitee ist überzeugt, dass eine tragfähige Ausrichtung auf die Zukunft erarbeitet werden kann. «Der Dialog, der jetzt eröffnet ist, muss weitergeführt werden», betont Höchner. Das Komitee schlägt vor, dass in Rheineck wie in anderen Kleinstädten eine Analyse mit dem «Netzwerk Altstadt» gemacht wird und so ein Instrumentarium zur Verfügung steht, das einen echten Dialog ermöglicht.

Bleibt jetzt alles beim Alten?

Stadtpräsident Hans Pfäffli ist überzeugt, dass die Argumente des Referendumskomitees viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert haben und deshalb viele gar nicht abgestimmt haben. Der Stadtrat muss jetzt analysieren, wie es weiter geht. Das Baureglement und der Zonenplan von 1995 entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Mit einer Revision hätte das 17 Jahre alte Baureglement der übergeordneten Gesetzgebung und den heutigen Bedürfnissen angepasst werden sollen. Dies beinhalte auch die neuen Bestimmungen, die sich aus der vom Kanton erarbeiteten Naturgefahrenkarte ergeben. «Wenn die Bürgerschaft eine Revision nicht möchte, bleibt vielleicht einfach alles beim Alten», so Hans Pfäffli.