Keine Zukunft für Heim Forst

Der Stadtrat hat sich mit der Altersheimplanung beschäftigt. Mit dem Haus Sonnengarten soll verhandelt werden, das Alters- und Betreuungsheim Forst nicht mehr weiterbestehen.

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ALTSTÄTTEN. Die Stadt Altstätten beheimatet vier Altersheime mit total 212 Plätzen, wovon 58 Plätze des Hauses Sonnengarten den übrigen Zweckverbandsgemeinden gehören. Mit dem Anbau an das Haus Viva kommen in Kürze 30 Plätze dazu, wovon 20 Heimplätze der Stadt Altstätten angerechnet werden. Somit kann die Stadt Altstätten künftig total 172 Plätze anbieten (davon sind 15 Plätze nicht auf der Pflegeheimliste des Kanons St. Gallen).

Neue Realitäten

Das Haus Sonnengarten wurde im Jahr 1970 als Zweckverband Pflegeheim Altstätten von den Politischen Gemeinden Altstätten, Eichberg, Marbach, Oberriet, Rebstein und Rüthi gegründet. Die Eröffnung war im Jahr 1973, 1977 sind die Politischen Gemeinden Diepoldsau und Widnau dem Zweckverband beigetreten.

Das in den Siebzigerjahren angestrebte Ziel war es, die schwer Pflegebedürftigen zentral zu betreuen und zu pflegen. Dieses Ziel ist überholt und entspricht nicht mehr der Realität, da heutzutage jedes Altersheim sämtliche Pflegestufen anbieten muss.

Auflösung Zweckverband

Fast alle Gemeinden im Gebiet des Zweckverbandes planen den Ausbau ihres eigenen Bettenangebotes. Aufgrund dieser Entwicklung hat der Verwaltungsrat des Hauses Sonnengarten entschieden, den Zweckverband längerfristig aufzulösen und nach einer neuen Trägerschaft zu suchen.

In diesem Zusammenhang bietet der Zweckverband der Stadt Altstätten das Haus Sonnengarten zum Kauf an.

Vorausschauende Planung

Bei einer Übernahme des Zweckverbands Haus Sonnengarten durch die Stadt Altstätten würde bei ansonsten gleichbleibender Platzzahl das Angebot auf 232 Heimplätze ansteigen. Der kantonale Planungsrichtwert geht für das Jahr 2025 von einem Bedarf von 188 Plätzen aus (2035 von 228 Plätzen). Experten rechnen aufgrund der künftigen Entwicklungen im Altersbereich (höherer Anteil an ambulanter Pflege bei gleichzeitigem Rückgang der stationären Pflege) mittelfristig mit einem tieferen Bedarf von rund 160 bis 175 Plätzen im Jahr 2025 (2035: 210 bis 228 Plätze). Würde die Stadt Altstätten das Haus Sonnengarten übernehmen, hätte man damit bereits heute ein höheres Angebot an Heimplätzen als bis ins Jahr 2035 nötig wären.

Damit die nächsten Schritte im Altersheimwesen der Stadt Altstätten vorausschauend geplant und die Angebote optimal koordiniert werden konnten, hat der Stadtrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Altersheimplanung befasst hat.

Die Arbeitsgruppe Altersheimplanung, die sich aus interessierten Personen aus der Bevölkerung und drei Stadträten zusammensetzte, führte eine Bewertung der verschiedenen möglichen Zukunftsszenarien durch. Anhand eines umfassenden Kriterienkatalogs wurden unterschiedlichste Szenarien verglichen.

Zwei Hauptszenarien

Dabei zeigte sich bald, dass es zwei Hauptszenarien gibt; eines mit dem Haus Viva und dem Haus Sonnengarten sowie ein zweites mit dem Haus Viva und einem neuen Altersheim Forst. Letztlich haben jene Szenarien mit dem Haus Sonnengarten durchwegs bessere Bewertungen als Szenarien mit einem Neubau Forst erzielt.

Dementsprechend hat der Stadtrat, anlässlich der Sitzung vom 9. März 2015 entschieden, dass die Verhandlungen mit dem Verwaltungsrat Haus Sonnengarten aufgenommen werden sollen. Dabei stehen zurzeit noch verschiedene künftige Trägerschaften des Hauses Sonnengarten zur Diskussion.

Keine Zukunft für Heim Forst

Das Szenario mit einem Neubau Alters- und Betreuungsheim Forst wurde als Fallback-Szenario festgelegt. Jedoch muss davon ausgegangen werden, dass aufgrund der Vorgespräche eine Einigung mit dem Verwaltungsrat Haus Sonnengarten gefunden werden kann. Somit würde, je nach Verlauf der Verhandlungen, das Alters- und Betreuungsheim Forst in vier bis sechs Jahren in das neue Konstrukt überführt werden. Gemeinsam mit den Angestellten werden individuelle Zukunftslösungen innerhalb der neuen Organisation oder in einer anderen bestehenden Institution in der Region Rheintal ausgearbeitet.

Bewohner Forst neu platzieren

Somit kann gewährleistet werden, dass sämtliche Angestellten optimal begleitet werden können. Sämtliche Bewohner des Alters- und Betreuungsheims Forst werden in einem Altersheim auf Altstätter Boden untergebracht. Falls auswärtige Bewohner den Wunsch haben, in ein auswärtiges Heim einzutreten, werden diese entsprechend unterstützt. Eine Garantie kann jedoch nicht abgegeben werden.

Der Stadtrat Altstätten bedauert es, dass aufgrund der Voraussetzungen die Weiterführung des Alters- und Betreuungsheims Forst lediglich als Fallback-Szenario geführt werden kann, ist sich jedoch bewusst, dass diese Neuorganisation eine Chance für die Altersheimlandschaft der Stadt Altstätten darstellt. (sk)