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Keine WMS-Klassen mehr in Heerbrugg

HEERBRUGG. Der Kantonsrat schafft die Wirtschaftsmittelschule WMS am Standort Heerbrugg ab. Mit 76:39 Stimmen. Wie entschieden die Rheintaler Kantonsräte?
Samuel Tanner
Ohne WMS: Kanti Heerbrugg. (Bild: sta)

Ohne WMS: Kanti Heerbrugg. (Bild: sta)

Nicht einmal dann, wenn nur die Rheintaler Kantonsräte abgestimmt hätten, wäre der WMS-Standort an der Kantonsschule Heerbrugg gerettet worden. Gerade mal fünf von siebzehn Parlamentariern sprachen sich dafür aus.

Vor der Abstimmung versuchten aber einige, diesem Entscheid entgegen zu wirken – etwa Oskar Gächter, SVP. Er hatte zwei Argumente, ein sachliches und ein persönliches. Gächter sagte erst: «Die Schule macht das Rheintal attraktiver und hilft im Kampf gegen den Fachkräftemangel.» Und dann: «Ich absolvierte diese Schule, als es den Standort Heerbrugg noch nicht gab. Von Rüthi aus hatte ich den längsten Schulweg und konnte die Schule in St. Gallen nur besuchen, weil eine Tante da wohnte.»

Regierungsrat Stefan Kölliker konterte: «Der Schulweg nach Sargans oder St. Gallen ist heute zumutbar. Nicht mehr zu vergleichen mit vor vierzig Jahren, als Sie zur Schule gingen, Herr Gächter.»

Zwei FDPler stimmten nicht ab

Der lapidare Kommentar von Gächters Parteikollege Kölliker sagte vieles. Die Argumente gegen die Schliessung der WMS-Standorte in Heerbrugg und Wattwil fanden kaum Unterstützung, die Kräfteverhältnisse waren klar. Da nützte es auch nichts, dass Remo Maurer (SP, Altstätten) sagte: «Schaffen wir die WMS ab, braucht es künftig mehr Lehrstellen. Wie schaffen Sie diese? Bei den Lehrstellen wird es künftig also einen Verdrängungskampf geben. Zudem kann man die Ausbildung an der Mittelschule nicht mit einer Berufsmatura vergleichen – der Allgemeinbildung wird viel mehr Bedeutung beigemessen.»

Einen entsprechenden Vergleich verwendete vor Maurer die CVP-Frau Marlen Hasler. Sie vertrat den Verzicht auf den WMS-Standort Heerbrugg im Namen ihrer Fraktion. Hasler sagte: «Die vorgeschlagene Massnahme ist ein sinnvoller Kompromiss – dank der verbleibenden Standorte in St. Gallen und Sargans besteht das Angebot weiterhin. Und eine Ausbildung mit Berufsmatura ist eine gleichwertige Alternative.»

Was den Befürwortern der Abschaffung in der gestrigen Diskussion im Kantonsrat entgegen kam: In Heerbrugg startet im Sommer sowieso keine neue WMS-Klasse. Es fehlen Anmeldungen. Für Regierungsrat Kölliker ein klares Signal dafür, dass seine Massnahme vertretbar ist. Für die Gegner eine logische Folge der drohenden Standort-Abschaffung.

Das Resultat fiel am Ende eindeutig aus: 76 wollten den Standort in Heerbrugg abschaffen, gerade einmal 39 Räte wehrten sich dagegen. Interessant ist das Abstimmungsverhalten – regionale Aspekte spielten kaum eine Rolle, das Gros der Politiker stimmte mit der Partei.

Abweichler gab es aus Rheintaler Sicht nur zwei. Da war SVP-Mann Oskar Gächter, der als alter WMS-Veteran stimmte. Und da war Michael Schöbi aus der CVP, der schon vor Wochen in einer Umfrage unserer Zeitung Sympathien hegte für den Erhalt des Standorts.

Schöbis CVP-Kollegen waren jedoch nicht seiner Meinung, ebenfalls die Vertreter der SVP. Neben den Abweichlern stimmten Remo Maurer, Laura Bucher (SP) und Meinrad Gschwend (Grüne) gegen die Abschaffung – und damit ebenfalls auf Parteilinie. Weniger hoch war die Parteidisziplin bei den Freisinnigen. Daniel Bühler stimmte zwar wie auch seine FDP-Kollegen für die Sparmassnahme, Stefan Britschgi und Andreas Eggenberger beteiligten sich jedoch als einzige Rheintaler nicht an der Abstimmung. Beide konnten sich schon vor einem Monat, bei der Umfrage dieser Zeitung, nicht für oder gegen die Abschaffung entscheiden.

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