Keine toten Vögel mehr am Krummensee

Um Vögel vor Stromschlägen zu schützen, hat der Verein Rheintaler Storch 2012 ein Pilotprojekt gestartet. Vor über vier Jahren wurden im Gebiet Krummensee spezielle Clips an Überlandleitungen montiert.

Kurt Latzer
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Bei Tag laden sie sich auf, in der Nacht leuchten die Fire-Fly-Clips an den Stromleitungen gelb und orange. Bild: Kurt Latzer

Bei Tag laden sie sich auf, in der Nacht leuchten die Fire-Fly-Clips an den Stromleitungen gelb und orange. Bild: Kurt Latzer

Strahlender Sonnenschein, von der Freileitung neben Rohners Hofladen glitzern einem die farbigen Täfelchen entgegen. Es sind sogenannte Fire-Fly-Clips, die tagsüber Sonnenlicht aufnehmen und im Dunkeln wieder abgeben: Leuchtend gelb und orange.

Es wurden keine toten Vögel gemeldet

Der Verein Rheintaler Storch hat das Pilotprojekt lanciert. Im Februar 2012 wurden im Gebiet Riethof/Krummensee 200 Fire Flys montiert. «Landwirte, die in diesem Gebiet leben, haben uns seit Beginn des Projektes keinen einzigen toten Vogel gemeldet», sagt Reto Zingg, Präsident des Vereins Rheintaler Storch, auf Anfrage. Gross erstaunt über das Ergebnis ist Reto Zingg nicht. Denn die speziellen Clips, die eine schwedische Firma entwickelt hat, wurden schon vor dem Pilotprojekt im St. Galler Rheintal in anderen Ländern erfolgreich getestet.

Im Nordwesten der Türkei, in Dörfern am Uluabat-See, hat Zingg die Clips zum ersten Mal gesehen. Seit in den Dörfern die Reflektoren eingesetzt wurden, starb dort wegen der Stromleitungen kein einziger Vogel mehr.

Noch mehr Fire-Fly-Clips in der Region

Ins Projekt war die Vogelwarte Sempach involviert, die Gemeinden Oberriet, Rebstein und Diepoldsau sowie Kanton und Bund haben sich finanziell beteiligt. Zurzeit wird geprüft, in weiteren Gebieten im Rheintal und im Werdenbergischen Reflektoren an Freileitungen zu montieren.