Keine Schlosskonzerte und Blues- und Jazztage mehr

HEERBRUGG. «Zum Schluss ein Höhenflug», titelte diese Zeitung am 24. August. Die lobenden Worte galten der Matinee, dem letzten Programmpunkt der diesjährigen Konzertreihe auf Schloss Heerbrugg. Dass es sich um die allerletzte Darbietung an den Schlosskonzerten handeln würde, ahnte niemand.

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HEERBRUGG. «Zum Schluss ein Höhenflug», titelte diese Zeitung am 24. August. Die lobenden Worte galten der Matinee, dem letzten Programmpunkt der diesjährigen Konzertreihe auf Schloss Heerbrugg. Dass es sich um die allerletzte Darbietung an den Schlosskonzerten handeln würde, ahnte niemand. Gestern meldeten die Organisatoren vom Kinotheater Madlen, dass sowohl die zehnte Ausgabe der Schlosskonzerte im August als auch die fünfte der Blues- und Jazztage im April die letzten gewesen seien.

Jazztage: Keine Überraschung

In der Mitteilung schweigt Organisator Aldo Zäch über die Gründe. Auf Anfrage sagt er vage: «Es sind einige Faktoren zusammengefallen.» Einerseits orientiere sich das Team durch den Start des Bauprojekts beim Kinotheater Madlen neu, andererseits habe das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag nicht gestimmt.

Zumindest das Ende der Blues- und Jazztage kommt nicht ganz überraschend: Schon an der Medienkonferenz vor dem Anlass, im Januar dieses Jahres, hatte Aldo Zäch betont, dass die Veranstaltung auf der Kippe stehe, wenn die Besucher nicht zahlreicher erscheinen würden. «Auch an einem Kulturanlass müssen die Einnahmen stimmen», sagte er damals.

Neuer Anlass in neuem Outfit

Dass durch den Wegfall der Schlosskonzerte und der Blues- und Jazztage eine grosse Lücke in der Rheintaler Kulturlandschaft entsteht, ist den Organisatoren bewusst – schliesslich haben sie in den letzten Jahren immer wieder betont, wie wichtig die Anlässe für die Region seien. Doch die beiden Konzertveranstaltungen sollen nicht einfach verschwinden, sondern durch etwas Neues ersetzt werden. Welcher Art die Veranstaltung sein wird, verrät Aldo Zäch noch nicht, verspricht aber, in den nächsten drei bis vier Wochen das Konzept bekannt zu geben. «Die Klassik ist uns nach wie vor wichtig», sagt Zäch, «sie trägt zur wesentlichen Vielfalt der Kultur im Tal bei und muss deshalb ihren Platz bekommen.» (seh)