Keine Phantomlacher bei Enzler

ALTSTÄTTEN. Kabarettist und Satiriker Simon Enzler begeisterte mit kleinen und grossen Fragen des Lebens die Zuschauer im Sonnen-Saal mit dem Programm «Phantomscherz».

Yves Solenthaler
Drucken
Teilen
Jäger Simon Enzler trifft im Alpstein auf Nacktwanderer. Daniel Ziegler, sein «Direktor», liest derweil die «Finanz und Wirtschaft». (Bild: ys)

Jäger Simon Enzler trifft im Alpstein auf Nacktwanderer. Daniel Ziegler, sein «Direktor», liest derweil die «Finanz und Wirtschaft». (Bild: ys)

Als «Saisonnier», assistiert Enzler neuerdings ein Direktor auf der Bühne, der als Opfer der Finanzkrise auf der Kleinkunstbühne gelandet ist. «Eigentlich hätte ich ja einen Handörgeler wollen», sagt Enzler über seinen Musiker, der sich während des Auftritts als nur mässig folgsam erweist. Enzler tritt als Jäger und Geistheiler, als Volksfest-Organisator und Schiessoffizier auf.

Oft ist er klangvollen Appenzeller Schimpftiraden zugeneigt, bei denen man vom Zuhören rote Ohren bekommt. Er wundert sich über die Busse, die Nacktwanderer in Innerrhoden erhalten («100 Stutz pro Arschbacke») und bezeichnet sie als Kurtaxe. Als Geistheiler erkennt Enzler an seinem (schwarzen) «Schnoder» schon vor dessen Wahl, dass Barack Obama US-Präsident wird.

Er sieht sich als Schuldigen der Finanzkrise und sinniert über den Jugendwahn in der Midlife Crisis: «Aus der gestrigen Jugend ist genau das geworden, was die heutige nicht sein sollte.»

Die Scherze kamen an, das Lachen der Zuschauer war kein Phantom.