Keine günstigen Vignetten mehr

VORARLBERG. Die Tage der Korridorvignette sind gezählt. 2008 war sie auf Drängen der Vorarlberger Landesregierung eingeführt worden, ab 4. Juli gibt es nur noch teurere Vignetten.

Kurt Latzer
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Der Korridorvignetten-Ausgabestelle in Hohenems schlägt bald das letzte Stündchen. Nach ihrer Schliessung am 3. Juli wird sie wie jene in Lochau abgebrochen. (Bild: Kurt Latzer)

Der Korridorvignetten-Ausgabestelle in Hohenems schlägt bald das letzte Stündchen. Nach ihrer Schliessung am 3. Juli wird sie wie jene in Lochau abgebrochen. (Bild: Kurt Latzer)

Viele Rheintaler Automobilisten kennen die Rechnung bei der Fahrt nach Deutschland und zurück: Entweder verbilligt auf der Autobahn A14 im Stau stehen – oder gratis auf der Bundesstrasse in und um Bregenz. Zumindest für die A14 soll sich dies Anfang Juli ändern. Dann gibt es zwar keine günstige Korridorvignette mehr (sondern nur noch teurere Vignetten), dafür stehen beide Röhren durch den Pfänder offen.

Millionenverlust

«Ab Mittwoch, 3. Juli, um 23.59 Uhr gibt es kein Zwei-Euro-Pickerl mehr», sagt Alexander Holzedel, Pressesprecher der Asfinag, auf Anfrage. Die Ausgabestellen dieser vergünstigten Vignetten beim Hohenemser Zoll und in Lochau würden dann gesperrt und später abgebrochen. Allein diese Anlagen haben die Asfinag 2,5 Mio. Euro gekostet. Dazu kommt ein Millionenverlust, weil dem Unternehmen 37 Cent pro «Pickerl» verloren gingen. Insgesamt wurden seit September 2008 für rund 5,6 Millionen Euro Korridor-Vignetten verkauft.

Mehr Verkehr befürchtet

Wie die Vorarlberger Landesregierung jüngst feststellen musste, gibt es auch für sie nicht den «Fünfer und das Semmerl». Entgegen der 2008 getroffene Vereinbarung wollte sie nun auch nach der Eröffnung beider Tunnelröhren an der vergünstigten Korridorvignette festhalten; doch dazu kommt es nicht. Die Lustenauer und Hohenemser freut's; sie waren wegen des zu erwartenden Mehrverkehrs von Anfang an gegen die Einführung einer verbilligten Vignette für den Abschnitt Hohenems–Lochau.

In Bregenz befürchtet man nun wegen «Maut-Flüchtlingen» deutlich stärkeren Verkehr ab 3. Juli. Für Anfang Juli rechnet man bei der Asfinag jedenfalls mit mehr Vignettenverkäufen: Die Kapazitäten an den Verkaufsstellen um Bregenz sollen aufgestockt werden. Dort bleibt die einzige Hoffnung, dass die beiden Tunnelröhren durch den Pfänder die gewünschte Entlastung bringt. Die Asfinag ihrerseits rechnet ab übernächster Woche mit einem deutlichen Mehrverkauf von 10- oder 60-Tages- oder Jahresvignetten. Die meisten Automobilisten, die sich zur Aufhebung der Korridorvignette geäussert haben, meinten: «Lieber etwas mehr bezahlen und dafür nicht mehr vor dem Pfändertunnel anstehen.»