Keine Chance auf Ligaerhalt

Ein Trainerwechsel im Herbst änderte nichts daran, dass das junge Diepoldsauer Team klar absteigt.

Gerhard Huber
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FC DIEPOLDSAU-SCHMITTER. Um zu verstehen, wieso der FCD mit nur 10 Punkten aus 22 Spielen abgeschlagen das Tabellenende der 2. Liga ziert und zusammen mit Ems den Weg in die 3. Liga antreten muss, ist ein Blick zurück nötig. Zurück in die Saison 2013/14. Als in der Winterpause beinahe alle Führungsspieler mehr oder weniger freiwillig den Verein verliessen, und im Frühjahr auch noch Langzeit-Trainer Roman Hafner frustriert das Handtuch warf, wusste der geneigte Fussballfan schon, dass harte Zeiten auf die «Tippilzouer» Kicker zukommen.

«Mission impossible»

Das durchaus ehrenwerte Vorhaben, mit jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs sowie ein paar (verschämt erwähnten) Vorarlbergern und dem vom Vizepräsidenten zum Trainer umfunktionierten Adrian Zellweger den Klassenerhalt zu schaffen, wurde in dieser Zeitung als «Mission impossible» angekündigt.

Schon nach acht Spielen und nur drei Punkten wurde mit Engelbert Hutter ein neuer Trainer installiert. Ein unbestrittener Fachmann, der sich selbst als Ausbildungstrainer sieht; und mit insgesamt sechs Punkten die rote Laterne mit in die Winterpause nehmen musste. Mit unglaublichem Optimismus, gestärkt durch eine sehr gute Wintervorbereitung, starteten die Rheininsler in die Rückrunde. Zum Optimismus hat auch beigetragen, dass zum Auftakt mit Ems und Altstätten zwei direkte Konkurrenten zu Hause empfangen wurden.

Punkte gegen die Spitzenreiter

Umso grösser war die Ernüchterung, als das erste Spiel gegen Ems trotz überlegener Spielweise und tollem Kampf mit 0:1 verloren ging. Auswärts gegen Steinach wurde ebenfalls mit nur einem Tor Unterschied verloren, und gegen Altstätten wurde in einer ausgeglichen, schwachen Partie mit 0:2 ein weiteres Frust-Erlebnis eingefahren. Zu diesem Zeitpunkt war der Abstieg im Grunde genommen bereits besiegelt.

Umso schöner, dass es Coach Hutter schaffte, seine Kicker noch einmal zu motivieren. Und tatsächlich – in einem sensationellen Spiel wurde dem Tabellenführer Buchs ein 3:3-Unentschieden abgetrotzt. Eine Woche später gelang ausgerechnet gegen Aufsteiger St. Margrethen, das acht seiner neun letzten Spiele der Saison gewann, mit 2:0 der zweite und gleichzeitig letzte Saisonsieg. Die nochmals leicht aufflammende Hoffnung wurde aber durch knappe Niederlagen in den folgenden zwei Spielen erstickt.

Kanterniederlagen zum Schluss

Dann war die Luft draussen. Die zum Saisonschluss noch folgenden Kanterniederlagen waren Ausdruck der Enttäuschung des Teams. Ein Team, das aus 22 Spielen nur zehn Punkte holte. Ein Team, das auch für die 3. Liga an einigen Stellen verstärkt werden muss, will Diepoldsau um den sofortigen Wiederaufstieg spielen – aber dann würde dieses Unterfangen eine «Mission possible».