Kein Sieger im Derby

Im zweiten Vorarlberger Derby der Saison trennten sich Austria Lustenau und Altach mit 1:1.

Remo Zollinger
Drucken
Teilen

VORARLBERGER FUSSBALL. Zwar fand das Derby keinen Sieger – aber der Kapfenberger SV konnte von Altachs Ausrutscher profitieren.

Kapfenberg an Altach dran

Der Kapfenberger SV ist deshalb der Sieger des Vorarlberger Derbys: Die derzeit stärkste Mannschaft der Ersten Liga gewann in Horn mit 2:0, während sich die Vorarlberger die Punkte teilten. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Tabellensituation: Altach steht zwar weiter an der Spitze des Klassements, die Canadi-Elf hat mit 37 Punkten aber nur noch zwei Längen Vorsprung auf Kapfenberg, das die letzten sechs Spiele in Serie gewann. Den Anschluss verpasst hat die Austria, die nur 28 Punkte auf dem Konto hat.

Hochdramatische letzte Minute

Dass der Rückstand auf die beiden besser klassierten Teams nicht schrumpfte, hat sich die Austria selbst zuzuschreiben: Beim Stand von 1:0 fand Thiago in der 89. Minute eine hervorragende Doppelchance vor, vergab sie aber fahrlässig.

Und es kam noch schlimmer für die Heimelf: Im direkten Gegenzug griff kein Verteidiger den Altacher Ngwat-Mahop konsequent an, so dass dieser nach schöner Einzelleistung mit einem präzisen Linksschuss zum 1:1 traf.

Zwei Rote wegen Schwalben

Diese zwei Fehler kosteten der Austria nicht nur den Derbysieg, sondern auch den Anschluss ans Spitzenduo. Es gibt kaum ein Vorarlberger Derby, das beide Mannschaften vollzählig beenden. Die Spiele sind stets hart umkämpft, rüde Fouls an der Tagesordnung. Diesmal war es aber Schiedsrichter Jäger, der Farbe ins Spiel brachte: Zuerst Aigner (41.) und dann Jailson (78.) sahen Gelb-Rote Karten – beide wegen vermeintlichem Simulieren. Der Lustenauer sah sogar beide Gelben Karten wegen Schwalben. Eine sonderbare Regelauslegung durch den Unparteiischen, der mit seinen Entscheidungen das Spiel wesentlich beeinträchtigte. Bei keiner der drei mit Gelb geahndeten Situationen lag theatralisches Simulieren vor.

Altach spielerisch

Zuvor sah man im Derby ein Abbild der aktuellen Tabellensituation. Die Austria legte einen sehr beherzten, willensstarken Auftritt hin, der Altach in Bedrängnis brachte. Die Gäste wiederum waren spielerisch die bessere Mannschaft, führten technisch die feinere Klinge. So ergab sich ein hoch interessantes, durch viele Chancen geprägtes Derby.

Die besten davon besassen Fall und Luxbacher, ehe die Austria in der 38. Minute in Führung ging. Thiago verwertete eine Flanke von Schreter zum 1:0. Nach dem Seitenwechsel schien es, als stünde die Austria dem zweiten Tor näher als Altach dem Ausgleich, schliesslich kam es aber anders: Einerseits, weil die Austria einige gute Möglichkeiten versiebte, andererseits aber auch, weil Altach eine starke Moral bewies und bis zum Schluss an den Punktgewinn glaubte.

Aktuelle Nachrichten