Kein Horrorszenario

Bewegungen und Passagierzahlen beim Airport St. Gallen-Altenrhein sind stabil. Behauptungen, die von einem masslosen Wachstum sprechen, entkräftet CEO Armin Unternährer.

Rudolf Hirtl
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CEO Armin Unternährer informiert im 76-plätzigen Embraer-Jet der Viennaline über die Entwicklung der People's Airgroup. (Bild: Rudolf Hirtl)

CEO Armin Unternährer informiert im 76-plätzigen Embraer-Jet der Viennaline über die Entwicklung der People's Airgroup. (Bild: Rudolf Hirtl)

ALTENRHEIN. Die Medienleute mussten dieser Tage das ganze Sicherheitsprozedere über sich ergehen lassen, ehe sie an Bord der Embraer 170 gehen durften. Der Duft von Kerosin, lächelnde Flugbegleiterinnen und der im Pappbecher gereichte Kaffee – da kommt Fernweh auf und lässt die Passagiere von Sonne und Meer träumen. Allerdings hebt der People's-Jet nicht ab, sondern dient für einmal nur als Kulisse für die Medieninformation von Airport und Airline. Armin Unternährer, CEO der People's Airgroup, präsentierte zu Beginn das Idealbild eines Flughafens: bestückt mit einem modernen Terminal, einem grosszügigen Parkhaus, einer verlängerten Piste, neuen Hangars und einem Dutzend Abstellplätze für Business-Jets. «Träumen ist ja erlaubt», sagte er dazu mit einem Schmunzeln und blättert rasch weiter, um sich der Realität zu widmen.

Auf dem Niveau von 2007

Und diese zeigt, dass die Flugbewegungen im Jahr 2013 (29 304) im Vergleich zum Jahr zuvor (29 522) leicht abgenommen haben und damit praktisch dem Stand von 2007 entsprechen; damals hat er die Leitung in Altenrhein übernommen. Nicht weiter erstaunlich also, verweist Unternährer die von Airport-Gegnern seit Jahren hartnäckig verbreiteten Meldungen über ein massloses Wachstum beim heimischen Airport ins Land der Träume. «Diese Behauptungen sind völliger Quatsch», sagt der CEO und unterstreicht seine Worte mit einer Statistik, die bis ins Jahr 1970 zurückreicht. Damals wurden nicht weniger als 60 000 Flugbewegungen gezählt, wobei ein grosser Teil davon von lautstarken Huntern verursacht wurde. Die vom Bundesamt für Zivilluftfahrt festgelegten maximal erlaubten Bewegungen von 36 500 werden in Altenrhein schon seit Jahren deutlich unterschritten. Auch die Anzahl Passagiere verdeutlicht, dass von einem masslosen Wachstum nicht die Rede sein kann. Im Gegenteil: 2007 wurden in Altenrhein 113 175 Fluggäste abgefertigt; 2013 waren es noch 97 265, also über 15 000 weniger. Auch bezüglich Lärmpunkten bewegt sich der Airport 2013 (16 617) auf dem Niveau von 2007 (16 908).

Abfall um 90 Prozent reduzieren

Im mit neuen Sitzen ausgestatteten Passagierjet macht Unternährer auch auf die Bemühungen von People's aufmerksam, bezüglich Emissionen und Energieverbrauch Verbesserungen zu erreichen. So wird mit einem ab 3. März neu gestalteten Catering eine Reduktion des Abfalls um 90 Prozent erreicht. Ausserdem können durch die Reduktion der Reisegeschwindigkeit – der Flug nach Wien dauert nun eine Minute länger – 61 271 Kilo Kerosin jährlich eingespart werden. Zur Veranschaulichung: Pro Strecke Altenrhein – Wien verbraucht der Embraer-Jet durchschnittlich 1562 Kilo Kerosin. Sind alle 76 Plätze besetzt, so ergibt sich daraus pro Passagier ein Verbrauch von 3,37 Litern auf 100 Kilometer. Als repräsentativ bezeichnet Unternährer die unter den Fluggästen durchgeführte Kundenumfrage; 923 Antworten seien ausgewertet worden. Den dabei geäusserten Wunsch nach günstigeren Tarifen habe man bereits mit den Early-Bird-Tickets umgesetzt. Die ausgezeichnete Bewertung der Crew für Freundlichkeit und Service freut ihn besonders.

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