Kein Billett: Frau rastet im Bus aus

Die 23-Jährige hatte kein Billett und wollte dem Kontrolleur keinen Ausweis zeigen. Stattdessen rastete sie aus, wurde gewalttätig und versuchte zu flüchten. Der Kontrolleur forderte die Polizei um Hilfe an. Beim Unternehmen RTB kann man sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern.

René Schneider
Drucken
Teilen
Ruhig und friedlich: 24 Stunden nach dem Vorfall mit demselben Fahrer auf der gleichen Linie zwischen Heerbrugg und Altstätten. (Bild: René Schneider)

Ruhig und friedlich: 24 Stunden nach dem Vorfall mit demselben Fahrer auf der gleichen Linie zwischen Heerbrugg und Altstätten. (Bild: René Schneider)

Marbach. «Hinterher sind wohl alle klüger», gesteht Hans-Ruedi Kuhn, Leiter Angebot bei RTB. Der Vorfall sei jedoch weder in der Art noch in seiner schnellen und drastischen Entwicklung voraussehbar gewesen. «Er wird hoffentlich» einmalig bleiben.»

Bei einer Routinekontrolle am Montagnachmittag durch einen zivil gekleideten Kontrolleur zwischen Lüchingen und Heerbrugg verweigerte eine 23-jährige Frau zuerst die Kommunikation und gab dann an, weder ein Ticket noch einen Ausweis zu haben. Als der Kontrolleur darauf bestand, ihren Namen und Wohnort zu erfahren, rastete die Frau plötzlich aus. Sie beschimpfte im fahrenden Bus vor den etwa 15 Passagieren laut den Kontrolleur, schubste diesen beiseite, hechtete über Sitze und zwischen Passagieren durch zur vorderen Tür und versuchte, zu fliehen. Weil sich die Tür nicht öffnen liess und der Fahrer an den Haltestellen jeweils nur die hintere Tür öffnete, konnte die Frau nicht fliehen. Der Kontrolleur forderte Polizeihilfe an. Weder andere Passagere noch Fahrer und Kontrolleur vermochten die tobende Frau zu beruhigen. Diese wurde gar gegen einen Passagier und eine Passagierin tätlich, drohte mit einem Feuerlöscher, beschädigte die Tür. Erst an der Haltestelle Ranft in Marbach konnten die Beamten der mit Blaulicht angerückten Polizei die Frau etwas beruhigen. Ihnen zeigte sie auch ihren Ausweis. Bei dessen Überprüfung stellte sich heraus, dass die in der Region wohnhafte Schweizerin «gut bekannt ist bei verschiedenen Behörden und schon seit längerem einen offenen Termin hatte bei der Staatsanwaltschaft in Altstätten», wie Polizeisprecher Hanspeter Krüsi sagte. Darum hätten die Beamten sie dorthin begleitet. Den Polizisten seien keine Anzeichen auf Alkohol- oder Drogenkonsum aufgefallen. Dem Busunternehmen seien die Personaldaten ausgehändigt worden. Gemäss Kuhn prüft Rheintalbus Anzeige und Schadenersatz-Klage. Die Buspassagiere reagierten gemäss Kuhn und Chauffeur besonnen. Manche schwiegen, einige versuchten, die Dame zu beruhigen, andere forderten, doch nicht so ein Aufhebens zu machen «wegen eines Zweifränklers». Hans-Ruedi Kuhn dazu: «Im Nachhinein kann man sich fragen, ob alles optimal gelaufen ist.» Doch habe der routinierte Kontrolleur sich korrekt verhalten. Angesichts der schnellen Eskalation einerseits wie der öffentlichen Kontrolle durch die übrigen Passagiere anderseits ha- be er keine andere Möglichkeit des Handelns mehr gesehen.

Aktuelle Nachrichten