Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Katastrophe drohte nicht

Am Freitag überflutete der Rhein das Vorland. Im Laufe des Tages sank der Pegel wieder. Die Gefahr eines Dammbruches bestand nicht. Die Dämme sollten auch bei einer weiteren Flut halten, sagt Rheinbauleiter Daniel Dietsche.
Monika von der Linden
Der Rhein am Freitagmorgen bei Widnau. Er floss in der Nacht ins Vorland. An den äusseren Dämmen bestand noch rund ein Meter Luft zwischen Wasserspiegel und der Oberkante. (Bild: Rouven Frei)

Der Rhein am Freitagmorgen bei Widnau. Er floss in der Nacht ins Vorland. An den äusseren Dämmen bestand noch rund ein Meter Luft zwischen Wasserspiegel und der Oberkante. (Bild: Rouven Frei)

DIEPOLDSAU. Meteorologen hatten Tage im Voraus vor den intensiven Niederschlägen am Donnerstag gewarnt. Betroffen war das ganze Einzugsgebiet des Alpenrheins. Als am Nachmittag im Rheintal der Regen einsetzte, war der Rheinpegel am Oberlauf, wo Vorder- und Hinterrhein zusammenfliessen, bereits bedrohlich hoch. In der zweiten Nachthälfte führte der Rhein bei Diepoldsau so viel Wasser, dass er es nicht mehr fassen konnte. Der Spitzenwert betrug etwa 2300 m3 pro Sekunde. Der Rhein überflutete das Vorland.

Wasser bleibt im Vorland

«Es bestand keine Gefahr, dass das Wasser auch noch die äusseren Dämme überströmen würde», sagt Rheinbauleiter Daniel Dietsche auf Anfrage. Es gab noch einen Meter Luft zwischen dem Wasserspiegel und der Dammoberkante. «Brenzlig wäre es erst bei etwa 3500 m3 Wasser pro Sekunde geworden.»

Um 4 Uhr erreichte der Rhein am Oberlauf den Scheitelpunkt. Seitdem sinkt auch der Pegelstand der Ill wieder, die bei Feldkirch in den Rhein mündet.

Rund die Hälfte des Einzugsgebietes des Rheins liegt auf einer Höhe von mehr als 1800 Metern. Weil die Schneefallgrenze bis auf 2000 Meter gesunken war, kam ein grosser Teil des Niederschlags als Schnee. Hätte die Schneefallgrenze höher gelegen, wäre es dennoch zu keiner Katastrophe gekommen. «Wäre nicht Schnee, sondern Regen gefallen, hätte dies in Diepoldsau ein Mehr von 200 bis 400 m3 Durchflussmenge pro Sekunde bedeutet», sagt Daniel Dietsche. Ausserdem ist die Schneedecke in der Höhe nicht mehr sehr dick. Deshalb hätte es nicht viel mehr Schmelzwasser gegeben.

Verstärkte Dämme stabil

Wir erreichen Daniel Dietsche via Mobiltelefon während eines Kontrollgangs auf dem Schweizer Rheindamm. Die Dämme seien stabil, sagt er. Es sickere kein Wasser durch, es gebe keine Rutschungen und es werde keine Erde ausgespült.

Bereits um 4 Uhr in der Früh hatten Mitarbeiter des Rheinunternehmens den Damm kontrolliert, mit gleichem Ergebnis.

Auch der Damm im Lustenauer Gemeindegebiet sei stabil, teilte eine Sprecherin der Marktgemeinde am Freitag mit.

Erst einmal hat sich das Wetter beruhigt. Ab Sonntag ist aber wieder regnerisches Wetter vorhergesagt. «Sollte es zu einem erneuten Hochwasser des Rheins kommen, werden die Dämme halten», sagt Daniel Dietsche. Sie könnten dann instabil werden, wenn es ein lang andauerndes Hochwasser gibt und sie sich über mehrere Tage vollsaugen. Diesmal falle der Pegel aber schnell wieder.

Zur Stabilität der Aussendämme trägt auch die im Winter abgeschlossene Sanierung bei. Die Internationale Rheinregulierung baute beidseits des Rheins an insgesamt dreizehn Stellen zwischen Meiningen und St. Margrethen Schmalschichtwände ein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.