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KANTONSRAT: Kanton will Genügsamkeit vorleben

Die Regierung stimmt Meinrad Gschwend, Kantonsrat der Grünen aus Altstätten, darin zu, dass es zur Erreichung der Klimaziele nicht zuletzt eine Verhaltensänderung braucht. Der Kanton agiere bereits dahingehend.
Max Tinner
Meinrad Gschwend freut sich, dass der Kanton ressourcenschonend handeln und damit der Bevölkerung Vorbild sein will. (Bild: Max Tinner)

Meinrad Gschwend freut sich, dass der Kanton ressourcenschonend handeln und damit der Bevölkerung Vorbild sein will. (Bild: Max Tinner)

Max Tinner

In der Klimaschutzdiskussion wird gelegentlich von Suffizienz geredet. Das Wort bedeutet in etwa Genügsamkeit. Solche sei nebst einer wirtschaftlicheren Ressourcennutzung und dem Umstieg auf erneuerbare Energieträger nötig, um die Klima­erwärmung zu bremsen, hatte Meinrad Gschwend, Kantonsrat der Grünen Partei, Altstätten, bereits Ende 2015 in einem Vorstoss im Kantonsrat betont. Gschwend erhoffte sich ein Bekenntnis der Regierung zur Suffizienz.

Dieses hat er in der nun vorliegenden Antwort bekommen. Der Kanton schaue bereits heute auf Suffizienz, kann man ihr entnehmen. So seien bereits verschiedene Ziele formuliert und Massnahmen beschlossen, die der Suffizienz zuzuordnen seien, auch wenn dies nicht ausdrücklich so benannt sei, schreibt die Regierung und nennt mehrere Leitsätze im Energiekonzept und im Raumkonzept. Als konkrete Beispiele führt sie die Nutzung von Mobility-Car­sharing an oder die Konzentration von Büroräumen der kantonalen Verwaltung. Auch bei Bauprojekten handle der Kanton nach den Prinzipien der Suffizienz. So soll zum Beispiel im Neubau des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez durch spezielle Bauweisen mittels einfacher Wirkprinzipien ein geringerer Energieverbrauch erreicht werden.

Meinrad Gschwend lobte diese Beispiele gestern am ersten Tag der Junisession in seiner Stellungnahme. Die Vorbildfunktion des Kantons sei wichtig, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Genügsamkeit kann mehr Lebensqualität bedeuten

Nach Ansicht der Regierung wird es aber Zeit brauchen, die Leute zu suffizientem Handeln zu bringen. Zu oft werde dies noch mit Verzicht assoziiert und damit als negativ empfunden. Der Kanton wolle aber nicht mit Appellen zu überzeugen versuchen, weil dies kontraproduktiv sein könnte, sondern Vorteile der Suffizienz in den Vordergrund stellen. Etwa den Zeitgewinn und die Lebensqualität bei gleichzeitig weniger Verkehr in einer Stadt der kurzen Wege. Viel verspricht sich die Regierung von privaten Initiativen wie Repariernachmittagen oder Aktionen der Sharing-Economy, bei denen Verschiedenstes gemeinsam genutzt wird. Solche Beispiele zeigten, dass massvoller Genuss die Lebensqualität nicht zwingend schmälere, sondern Vorteile haben könne.

Die Regierung warnt aber auch. Nämlich davor, Erfolge zunichte zu machen, indem eingesparte Ressourcen überkompensiert werden. Zum Beispiel indem man sich ein Elektrofahrzeug kauft und damit mehr Kilometer fährt als zuvor mit dem Auto mit Verbrennungsmotor, weil das neue Auto ja umweltfreundlicher ist als das alte.

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