Kantonsrat empört über SBB

Kantonsrat Über alle Fraktionen empörte sich der Kantonsrat gestern über die Schliessung der Drittverkaufsstellen durch die SBB. Einer der betroffenen Billettschalter ist jener im Migrolino am Bahnhof Altstätten.

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Kantonsrat Über alle Fraktionen empörte sich der Kantonsrat gestern über die Schliessung der Drittverkaufsstellen durch die SBB. Einer der betroffenen Billettschalter ist jener im Migrolino am Bahnhof Altstätten. Die Kantonsräte werfen den SBB einen wenig kundenfreundlichen Abbau des Service public vor. Als Alternative schlug Beat Tinner (FDP, Wartau) den SBB vor, die Verkaufsstellen der Südostbahn SOB zu übertragen. Diese sei agiler als die SBB, meinte er provokativ. Aktuell sind die Statements, weil Regierungsrat Bruno Damann sich just gestern Abend mit der SBB-Spitze zu einer Aussprache treffen wollte. Der Volkswirtschaftsdirektor mochte dem Rat aber keine grossen Hoffnungen machen: Ins operative Geschäft werden sich die SBB nicht dreinreden lassen.

Zur Sprache bringen wollte Damann auch den von den SBB seit langem versprochenen Doppelspurausbau im Rheintal, der erneut hinausgeschoben werden soll. Ursprünglich war der Ausbau der Schieneninfrastruktur für 2019 vorgesehen, dann für 2021, jetzt ist die Rede von 2025. Für die Regierung war zudem stossend, dass sie darüber von den SBB nicht direkt informiert worden ist, sondern es einem Papier entnehmen musste. Auch im Kantonsrat kommt die Verschiebung schlecht an. «Die Bahninfrastruktur hört hinter Winterthur nicht auf», betonte der Altenrheiner CVP-Kantonsrat Felix Bischofberger, «auch die Ostschweiz soll vom Ja von 2014 zur Fabi-Vorlage profitieren.» (mt)