KANTONSRAT: Die Regierung setzt sich in Bern fürs Rheintal ein

Die Regierung soll sich in Bern für die Einführung des Halbstundentakts im Rheintal bereits auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2023 stark machen. Diesen Auftrag bekam sie gestern vom Kantonsparlament.

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Ab Ende 2025, eventuell schon ab Ende 2023, wird halbstündlich ein Rheintal-Express von St. Gallen ins Rheintal fahren. (Archivbild: sgt)

Ab Ende 2025, eventuell schon ab Ende 2023, wird halbstündlich ein Rheintal-Express von St. Gallen ins Rheintal fahren. (Archivbild: sgt)

Auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wollen die SBB den Halbstundentakt für den Rheintal-Express einführen. Dies allerdings auch nur, weil Ostschweizer Politiker, allen voran die Ständeräte Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner, sich seit fünf Jahren in Bern dafür stark machen, dass die Bahn-2000-Standards auch in der Ostschweiz realisiert werden.

Für den Halbstundentakt sind allerdings Doppelspurausbauten bei Oberriet und zwischen Buchs und Sevelen nötig. Letzten Donnerstag legten Vertreter der SBB und des Bunds am NTB in Buchs dar, dass dieser Infrastrukturausbau wegen des schwierigen Baugrunds dauern wird (siehe Ausgabe vom 25. November).

Das Kantonsparlament ist dennoch überzeugt, dass der Bau der zweiten Spuren früher als vorgesehen an die Hand genommen werden kann, so dass der Halbstundentakt bereits auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2023 möglich wird. Der Rat erteilte gestern in der Novembersession der Regierung (einstimmig!) den Auftrag, in Bern auf diese Forcierung des Projekts zu bestehen

Getrennte Planauflagen für die beiden Doppelspuren

Verkürzen lässt sich die Bauzeit, indem die Bahnlinie im oberen Rheintal für die Zeit der Bauarbeiten komplett gesperrt wird. Die Regierung werde dies befürworten, sofern sich so mindestens ein Jahr gewinnen lasse, sagte Regierungsrat Bruno Damann in Buchs. Die Reisenden würden während dieser Zeit mit Bahnersatzbussen transportiert. Die vorberatende Kommission des Kantonsrats hat nun ausserdem vorgeschlagen, die Planauflage- verfahren für die beiden Doppelspurabschnitte getrennt aufzulegen, um Zeit zu gewinnen.

Die Doppelspurprojekte im Detail zu planen, werde noch bis Frühling 2019 dauern, hiess es letzte Woche in Buchs. Wann danach und nach Abschluss des Planauflage- und Bewilligungsverfahrens mit dem Bau begonnen werden könne, hänge auch von der dann zur Verfügung stehenden Baukapazität ab, wurde erklärt. Die Bahn baue nicht nur im Rheintal; Priorisierungen seien deshalb nun mal nötig.

Seitens der Bahn hat man Regierungsrat Bruno Damann während einer Aussprache vor genau einem Jahr versprochen, dass man den Zeitplan nochmals prüfen werde. Dass man dies immer noch prüft, wie letzte Woche in Buchs zu vernehmen war, stimmt nicht unbedingt zuversichtlich. Aber vielleicht lassen sich Bund und SBB ja nun von der gestern in dieser Sache zur Schau gestellten geschlossenen Haltung des Kantonsrates tatsächlich beeindrucken.

Max Tinner