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Kanti: Arm sein und frieren

HEERBRUGG. Die Theatergruppe der Kantonsschule Heerbrugg führt den «kaukasischen Kreidekreis» von Bertolt Brecht auf. Die Durchlauf-Probe vom Montag verspricht Theater auf hohem Niveau.
René Schneider
Tamara Köhn als Magd Grusche nimmt sich des Kindes an und flieht mit ihm in die Berge. Die Schergen des Fürsten sind ihr auf den Fersen. (Bild: René Schneider)

Tamara Köhn als Magd Grusche nimmt sich des Kindes an und flieht mit ihm in die Berge. Die Schergen des Fürsten sind ihr auf den Fersen. (Bild: René Schneider)

Brecht überarbeitete 1944/45 in seinem Stück die Geschichte des Königs Salomo und vor allem eine chinesische Erzählung von Li Xing-dao. Der kaukasische Kreidekreis gilt als Paradebeispiel für Brechts episches Theater.

Die Theatergruppe der Kantonsschule Heerbrugg unter der Leitung von Milena Todic und Simone Bischof lässt in einem schlichten Bühnenbild mit wenigen, einfachen Requisiten starke Figuren in starken Szenen und Bildern auftreten. Das aufrüttelnde und zeitlos aktuelle Stück um Recht und Moral erzählt von Krieg und Frieden, Hunger und Elend, Arm und Reich, Macht und Korruption, Tugend und Sitte – zum Teil in deftiger Sprache: «Arm sein und frieren, das macht unbeliebt.» «Ein Lump als Richter – damit der richtige Arsch auf den richtigen Stuhl kommt.» Beteiligt sind 26 Schülerinnen und Schüler aus elf Klassen. Sie haben das Spiel, die Besetzung und Regie zum grossen Teil selber erarbeitet.

In der Schlüsselszene lässt ein Richter zwei Frauen um ein Kind in einem am Boden aufgemalten Kreidekreis ringen. Wer das Kind an sich zu ziehen vermag, dem soll es in Zukunft gehören. Die leibliche Mutter (die sich auf der Flucht für einen Koffer voll Kleider statt für das Kind entschieden hatte) gewinnt, weil die Ziehmutter «ihr» Kind aus Liebe und Rücksicht loslässt.

Bertolt Brecht (1898–1956) schrieb schon während des Studiums Theaterstücke. Im Ersten Weltkrieg war er Sanitätssoldat. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 flüchtete Brecht mit seiner Familie über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, wo er sich die nächsten fünf Jahre aufhielt. Ausser Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam.

Premiere ist am Donnerstag, 16. Mai, 19.30 Uhr in der Aula. Weitere Aufführungen am Samstag, 18. Mai, Montag, 20. Mai, und Mittwoch, 22. Mai. Immer 19.30 Uhr in der neuen Aula. Der Eintritt zu den Vorstellungen ist frei.

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