Kanonendonner im Hädler

Mit 144 Kanonenböllern wurde am Samstag im Hädler in Altstätten das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüsst. Am besten böllerten Bruno Meier und Willi Gegenschatz aus Lüchingen.

Mäx Hasler
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Die beiden Sieger Bruno Meier (rechts), Willi Gegenschatz (Mitte) und der Drittplatzierte Josef Röhrenbeck im Pulverrauch der Modellkanone. (Bild: mäx)

Die beiden Sieger Bruno Meier (rechts), Willi Gegenschatz (Mitte) und der Drittplatzierte Josef Röhrenbeck im Pulverrauch der Modellkanone. (Bild: mäx)

SCHIESSEN. Die Schwarzpulverschützen Altstätten unter dem Vorsitz von Benno Büchel hatten mit Mund-zu-Mund-Propaganda wieder zum traditionellen Silvesterschiessen mit Modellkanonen eingeladen und trafen auf offene Ohren. Nebst den Mitgliedern des Vereins hatten auch 20 Laien den Weg in den Hädler gefunden, um mit den Modellkanonen das alte Jahr zu verabschieden. Oder wie man's nimmt, das neue Jahr zu begrüssen.

Stark vertreten waren die Amateurkanoniere aus dem Appenzellischen. Diese hatten ihre Visiere aber nicht optimal eingestellt und schossen am Podest vorbei. Obwohl es ein richtiges Plauschschiessen ist, wird nämlich doch eine Rangliste erstellt. Vereinspräsident Büchel hatte wieder einen Gabentempel zusammengestellt, so dass keiner der Kanoniere mit leeren Händen nach Hause ging.

Gegenschatz – wer sonst?

Am vollsten waren die Hände bei «Profi» Willi Gegenschatz aus Lüchingen, der die Vereinskonkurrenz nach fünf Schüssen mit 480 Punkten vor Günther Linder aus Dornbirn (480) und Josef Röhrenbeck aus Bludenz (470) gewonnen hat. Auf dem ungewohnten vierten Platz findet sich Kanonierin Milena Klien aus Hohenems. Schon vor dem Schiessen war die grosse Frage: Wer wird hinter Willi Gegenschatz Zweiter?

Immer mit der Ruhe

Bei den Amateuren, bei denen erfreulich viele Neulinge mitmachten, die sozusagen ihre Kanonentaufe hatten, «meierte» es buchstäblich. Bruno Meier, Präsident der Forstgemeinschaft Altstätten, brachte seine drei Böller mit ausgezeichneten 290 Punkten ins Ziel, vor den Namensvettern Erich (auch 290) und Erwin (280) aus Bürs. Vierter wurde Stefan Wetter aus Appenzell, vor Franz Eugster, Brülisau, beide 280 Punkte.

Bei Punktegleichheit zählt der bessere Schuss zum Zentrum der Scheibe. Oft entscheiden hier Millimeter. Nicht nur das Schiessen mit den Modellkanonen macht Spass, auch das Zuschauen. Immer mit der Ruhe ist das Motto.

Bedächtig werden die Kanonen in einer eigentlichen Zeremonie geladen und in Stellung gebracht. Bei manchen Kanonieren war es buchstäblich Glück, dass es ein Plauschschiessen und kein Ernstfall war. Die Seeschlacht wäre nämlich vorbei gewesen, bevor diese die kleinen Schiffskanonen ein zweites oder drittes Mal feuerbereit gemacht hätten. Einige der langsamen Kanoniere ernteten dafür auch den entsprechenden Spott, den sie aber mit Humor hinnahmen.