Kandidatur verärgert Parteien

Die Findungskommission hat sich für Philippe Auderset (CVP) als neuen Schulratspräsidenten von Thal ausgesprochen. Dass nun auch Miriam Salvisberg (CVP) kandidiert, stösst den Parteien sauer auf.

Christoph Renn
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Thal sucht einen neuen Schulratspräsidenten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Thal sucht einen neuen Schulratspräsidenten. (Bild: Hanspeter Schiess)

THAL. Die Wahl des neuen Schulratspräsidenten in Thal hätte ruhig ablaufen sollen. Ruhe, die dem Schulrat nach negativen Schlagzeilen in der jüngsten Zeit gut tun würde. Dies sehen zumindest die Präsidenten der Ortsparteien von CVP, FDP, SP und SVP so. Deshalb gründeten sie eine Findungskommission mit je zwei Vertretern. Nach langem Entscheidungsprozess präsentierten sie Philippe Auderset von der CVP als Kandidaten – einstimmig. Ruhe kehrte vorerst ein. Bis auskam, dass sich Miriam Salvisberg – momentan interimistische Schulratspräsidentin – ebenfalls der Wahl stellt. SVP, FDP und SP verstehen diesen Schritt der CVP nicht. Diese wiederum versteht die Kritik an der Nomination nicht. Zur Wahl stehen zudem die beiden parteilosen Daniel Walthert und Thomas Mauch.

Vorgehen stösst sauer auf

Die Ortsparteien haben sich zur Findungskommission zusammengeschlossen, um den geeignetsten Kandidaten für die vakante Stelle des Schulratspräsidenten zu finden. «Das Schulpräsidium ist ein wichtiges und äusserst anspruchsvolles Amt», sagt Ernst Höchner, Präsident der FDP-Ortspartei. Die Zusammenarbeit in der Kommission mit dem Beizug eines professionellen Personalberaters sei überparteilich sehr gut gewesen. Mit Philippe Auderset präsentierten die acht Vertreter der Ortsparteien einstimmig ihren Wunschkandidaten. «Die Bewerber wurden streng durchleuchtet und durchliefen einen längeren Bewerbungsprozess.» Dass nun eine Partei quer schlage und eine zweite Kandidatin stelle, sei etwas störend. «Es wäre gut gewesen, wenn sich Miriam Salvisberg auch der Findungskommission gestellt hätte.» Eines ist Höchner aber wichtig: «Es geht hier nicht um die Person Salvisberg, sondern um das Vorgehen der CVP.» Ins selbe Horn stösst Raphael Graber, Präsident der SVP-Ortspartei: «Wir haben rund hundert ehrenamtliche Stunden und gut 10 000 Franken an Steuergeldern investiert, um mit der Findungskommission den optimalen Nachfolger für Heinz Herzog zu finden.» Es sei schade, dass die CVP nicht offen kommuniziert habe und nach dem Findungsprozess Miriam Salvisberg durch eine Hintertür ins Spiel bringe. «Dieses Vorgehen finde ich nicht richtig», betont er. Zumal sich die CVP-Vertreter in der Findungskommission ebenfalls für Auderset ausgesprochen und sich die Parteien geeinigt hätten, die Parteigrenzen zu überschreiten und sachlich zu entscheiden. Auch Beat Bosshart, Präsident der SP-Ortspartei, findet den Entscheid der CVP nicht befriedigend. «Es steht ausser Frage, dass Miriam Salvisberg das Recht dazu hat, zu kandidieren», sagt er. Es sei schade, dass die Wahl der Findungskommission durch die Nomination Salvisberg etwas müssig wurde. Er möchte aber niemandem eine böse Absicht unterstellen. Da kein SP-Kandidat zur Wahl steht, verzichtet die Partei auf eine Wahlempfehlung. SVP und FDP empfehlen Philippe Auderset.

Eine Frau steht zur Wahl

Felix Bischofberger, Präsident der CVP-Ortspartei, versteht die Kritik nicht. «Es stehen ja weitere Kandidaten zur Wahl.» Zudem müsse die Ausgangslage betrachtet werden. «Miriam Salvisberg hat im Juli die Arbeit als interimistische Schulratspräsidentin aufgenommen», sagt Bischofberger. Bis zum 8. August hätten die Bewerbungen an die Findungskommission eingereicht werden müssen. «Damals wussten weder die CVP noch Miriam Salvisberg, dass sie kandidieren würde.» Und dass mit ihr eine Frau zur Wahl stehe, sei ebenfalls positiv.

Dass nun zwei CVP-Kandidaten zur Wahl stehen, damit habe die Partei nicht rechnen können. «Ich wusste nicht, dass sich die Findungskommission für Philippe Auderset entscheidet.» Die Partei empfiehlt beide Kandidaten zur Wahl. In diesen Tagen liegen die Wahlzettel in den Briefkästen. Wer gewinnt, wird sich am 15. November zeigen.