Kampf gegen Ticketfälscher

Der Ticket-Schwarzmarkt stellt für schnell ausverkaufte Festivals ein Problem dar. In der Ostschweiz betrifft das vor allem das OpenAir St. Gallen. Dort hat man eine Lösung gefunden.

Larissa Flammer
Drucken
Teilen
Den Festivalbändel fürs OpenAir St. Gallen kriegt seit 2015 nur, wer sein Ticket über das offizielle Fanportal gekauft hat. (Bild: Benjamin Manser)

Den Festivalbändel fürs OpenAir St. Gallen kriegt seit 2015 nur, wer sein Ticket über das offizielle Fanportal gekauft hat. (Bild: Benjamin Manser)

Vor allem bei Veranstaltungen, die in der Regel schnell ausverkauft sind, floriert der Schwarzmarkt. Einzelne Personen kaufen zahlreiche Tickets und verkaufen diese dann zu überteuerten Preisen weiter. Manchmal sind sogar Fälschungen im Umlauf, wie beim Heitere Open Air in Zofingen im vergangenen Sommer, als ein 33-Jähriger sein Print-at-Home-Ticket 200-mal kopiert und an ahnungslose Opfer verkauft hat.

Personalisierte Tickets in Bern

Das Gurtenfestival in Bern setzt im Kampf gegen den Schwarzmarkt in diesem Jahr zum ersten Mal auf personalisierte Tickets. Eine Massnahme, die von der Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt wird. Denn die Stiftung sieht Grund zum Handeln. In einer Mitteilung schreibt sie: «Der Handel und die Preise von gekauften Tickets haben in den letzten Jahren unverschämte Ausmasse erreicht.»

Kaum noch Fälschungen

Auch beim OpenAir St. Gallen setzt man auf Massnahmen gegen den Schwarzmarkt. Bereits zum zweiten Mal werden in diesem Jahr Tickets für das Festival ausschliesslich über ein eigenes Fanportal verkauft. Jeder Kunde muss sich dort mit Name und Adresse registrieren und kann nur eine begrenzte Anzahl Tickets kaufen. «Ein sehr grosser Erfolg. Wir haben praktisch keine Probleme mehr mit Fälschungen», sagt Mediensprecherin Sabine Bianchi.

Den Erfolg des Fanportals führt Bianchi darauf zurück, dass zwischen Registrierungsphase und Verkaufsstart eine Woche Zeit bleibt, in der die Verantwortlichen die Angaben der Käufer prüfen können. Bekannte Fälscher oder Schwarzmarkthändler werden vom Verkauf ausgeschlossen.

Betrug fliegt am Eingang auf

Laut Bianchi habe sich das OpenAir St. Gallen bewusst gegen eine Personalisierung der Tickets entschieden und dafür das Fanportal eingeführt.

Auf der Webseite des Arboner Summerdays Festivals wird vor Tickets, die nicht über die vom Veranstalter bestimmten Anbieter verkauft werden, gewarnt: «Tickets die nicht über die offiziellen Verkaufsstellen gekauft werden, sind nicht gültig und werden von der Veranstalterin nicht ersetzt.» Hier liegt das Problem der Fälschungen. Kopien von Print-at-Home-Tickets beispielsweise sehen echt aus, und erst die Überprüfung des Strichcodes am Eingang deckt den Betrug auf. Den Opfern bleibt das Nachsehen und sie müssen sich ein gültiges Ticket besorgen oder wieder nach Hause gehen.

Dieser Fall komme beim Summerdays Festival selten vor. Sabine Bianchi, die auch für das Festival in Arbon Ansprechperson ist, hat keine Kenntnis von Problemen mit Fälschungen. Das hänge vermutlich auch damit zusammen, dass das Festival 2015 gar nicht und zuvor nicht so schnell ausverkauft war. «Bei schnell ausverkauften Veranstaltungen sehen die Fälscher viel eher die Möglichkeit eines Gewinns», sagt Bianchi.

In Frauenfeld keine Option

Auch auf der Webseite des Open Airs Frauenfeld wird darauf hingewiesen, Tickets nur über die offiziellen Verkaufskanäle zu kaufen. Da diese Veranstaltung in den vergangenen Jahren nie ausverkauft war, müssen die Besucher keine Tickets von Auktionsplattformen oder Schwarzmarkthändlern kaufen. Die Veranstalter teilten auf Anfrage mit: «Für uns sind personalisierte Tickets im Moment keine Option.»