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Kammermusik von Weltformat

Gemeinsam luden die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur und das Kulturforum Berneck am frühen Sonntagabend zum Konzert mit dem Amatis-Trio und dem Klarinettensolisten Ib Hausmann ein.
Ein Konzert der Extraklasse füllte den gediegenen, modernen Raum der evangelischen Kirche in Berneck. (Bild: Max Pflüger)

Ein Konzert der Extraklasse füllte den gediegenen, modernen Raum der evangelischen Kirche in Berneck. (Bild: Max Pflüger)

Das Amatis Piano Trio mit der deutschen Lea Hausmann (Violine), dem britischen Cellisten Samuel Shepherd und Mengjie Han, einem Pianisten mit niederländisch-chinesischen Wurzeln, gehört zu den renommiertesten Formationen der Kammermusik. In Nordamerika, China, Indonesien sowie in zahlreichen europäischen Ländern triumphierte sie in den grossen Konzertsälen und an bekannten Festivals. Ihre Virtuosität hat Weltformat.

Und für einmal brauchten Musikfreunde aus der ganzen Region und darüber hinaus keine lange Anreise, um die hervorragenden Musiker live zu erleben. Meinrad Vögele von der RGML und Beda Germann vom Kulturforum ist es gelungen, die Weltstars nach Berneck zu bringen. Zusammen mit dem virtuosen Klarinettensolisten Ib Hausmann präsentierten sie die abwechslungsreiche Klangwelt von Joseph Haydn (1732 – 1809), Maurice Ravel (1875 – 1937), Paul Hindemith (1895 – 1963) und Astor Piazzolla (1921 – 1992). Dazwischen improvisierte Ib Hausmann zum Vogelstimmen-Thema «Birdy».

Barocke Klänge und Kriegsahnungen

Mit dem barocken Trio für Klavier, Violine und Violoncello in Es-Dur von Haydn eröffnete das Amatis-Trio den rund zweistündigen musikalischen Bilderbogen. Damit kam das Publikum von Anfang an in den Genuss der absoluten Harmonie der drei virtuosen Meister. Dynamisch ausdrucksvoll und stimmig flirteten die beiden Streicher auf ihren Instrumenten musikalisch miteinander, und mit flinken Fingern schlug der Pianist die Flügelsaiten an und liess klingende Perlenketten durch den Raum schwingen.

Dann stiess Ib Hausmann dazu und Paul Hindemiths Quartett für Klarinette, Violine, Cello und Klavier von 1938 begeisterte das Publikum. Im ersten Satz noch ruhig und besinnlich, fast noch «klassisch» beginnt das Werk. In den beiden folgenden kommt die Moderne mit Dissonanzen und neuartigen Akkorden zum Tragen. Die von den vier kongenialen Musikern stimmig interpretierten Klangballungen steigern sich, so als habe Hindemith kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs die Katastrophe vorausgeahnt, auf die Europa zusteuerte.

«Ich trage keine Komposition vor, ich improvisiere. Das ist für Sie ein Vorteil, vielleicht auch ein Nachteil.» So führte Ib Hausmann in seine Schilderungen und Interpretationen eines Vogelstimmenkonzerts unter dem Titel «Birdy» ein. Was folgte, gedieh dann eindeutig zum Vorteil der Zuhörer. Sie durften die vielseitigen Klangbilder seiner Klarinette erleben: ausserordentliche Tonfolgen und Tonsprünge, tirilieren und zwitschern, schnelle Klangkaskaden und lang gezogenes Pfeifen. Ein begeisterndes Konzert.

Virtuoses Zusammenspiel

Mit dem Trio von 1914 in a-Moll des bekannten französischen Impressionisten Maurice Ravel bewies das Amatis-Trio noch einmal sein virtuoses Zusammenspiel auch in den anspruchsvollen Passagen einer modernen Komposition. Und mit dem «Sommer», dem Allegro moderato aus «Verano Porteño» von Astor Piazzolla klang das Konzert, unter anderem mit einem kur­-zen Zitat aus dem Jazzstandard «Summertime» von George Gershwin, rhythmisch, heiss und heissblütig aus.

Max Pflüger

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