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Kammermusik im «Löwenhof»

Mit Werken aus Klassik, Romantik und Moderne gestaltete das renommierte Minguet-Quartett aus Deutschland die Löwenhofserenade 2016 der Rheintalischen Gesellschaft für Musik und Literatur in Rheineck.
Max Pflüger
Meisterhaftes Zusammenspiel: Das Quartett Minguet (von links) mit Ulrich Isfort, 1. Violine, Anette Reisinger, 2. Violine, Aroa Sorin, Viola, und Matthias Diener, Violoncello. (Bild: Max Pflüger)

Meisterhaftes Zusammenspiel: Das Quartett Minguet (von links) mit Ulrich Isfort, 1. Violine, Anette Reisinger, 2. Violine, Aroa Sorin, Viola, und Matthias Diener, Violoncello. (Bild: Max Pflüger)

RHEINECK. Wegen des wenig sommerlichen Wetters musste die Löwenhofserenade ins Haus hinein verlegt werden. Statt unter dem blauem Himmelsgewölbe musizierte das Minguet-Quartett unter der stimmungsvollen Stukaturdecke des prächtigen Palais aus dem 18. Jahrhundert.

In der Pause konnten die Besucher den herrlichen Garten, das romantische Lusthäuschen und die Orangerie des herrschaftlichen Anwesens geniessen. Da die Wolkenwand kurz aufriss und der Himmel blau hindurch zu den Konzertgästen grüsste, konnten die Gäste bis zum Apéro ohne Regenschutz durch die Anlagen wandeln und Kontakte pflegen.

Tradition bleibt erhalten

Seit über 50 Jahren lud die ehemalige Besitzerfamilie Bärlocher alljährlich zur sommerlichen Serenade in den «Löwenhof» ein, erinnerte der Präsident der Rheintalischen Gesellschaft für Musik und Literatur, Meinrad Vögele, bei der Begrüssung. Nach dem Verkauf der Liegenschaft an die Hümpeler AG im April 2015 habe sich daran glücklicherweise nichts geändert. Die neuen Besitzer seien gewillt, die kulturelle Tradition fortzuführen, sagte Meinrad Vögele.

Von der Klassik in die Moderne

Das Konzert vom Samstagabend mit dem bekannten Minguet-Quartett mit Ulrich Isfort, 1. Violine, Anette Reisinger, 2. Violine, Aroa Sorin, Viola, und Matthias Diener, Violoncello, brachte gehobene Kammermusik zu Gehör. Zwischen einem klassischen Werk von Joseph Haydn, Streichquartett op. 76 Nr. 5, und dem romantischen Streichquartett op. 41 Nr. 3 von Robert Schumann führten sie das moderne Streichquartett op. 1 (1953 – 1955) des kanadischen Star-Pianisten Glenn Gould auf.

In allen drei Werken überzeugten die Streicher mit grosser Virtuosität. Temperamentvoll und musikalisch stark, vor allem aber mit bis in die flinksten Läufe äusserster Präzision überzeugten sie. Grossartig zur Geltung kam diese Präzision unter anderem im schnellen Schlusssatz des Streichquartetts von Schumann: Der rasante Beginn der geschwätzigen Streichinstrumente und die anschliessenden, von geschlagenen Saiten beherrschten und sehr rhythmischen Passagen erforderten höchste Genauigkeit.

Anspruchsvolle Moderne

Aber auch durch feinere und melodiös zarte Passagen führten sie das begeisterte Publikum. So etwa im zauberhaft frischen 2. Satz des Haydn-Werks mit dem Titel «Largo cantabile e mesto».

Für Musiker und Publikum gleichermassen anspruchsvoll war das moderne Werk des Kanadiers. Der Cellist Matthias Diener gab dazu eine kurze Einführung und warnte die Zuhörer: «Das Streichquartett in einem Satz ist üppig. Seien Sie also auf etwas Längeres vorbereitet.»

Mit Recht: Dem eindrücklichen Einstieg mit einzeln gestrichenen Tönen über dem Boden eines tiefer liegenden Bordunklangs des Cellos folgte ein gut halbstündiger Sonatenhauptsatz. Wild und archaisch erklangen da neben melodiöseren Passagen expressive Klangbilder. Zum Beispiel Fugen, die lebhaft von Instrument zu Instrument tanzten.

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