Juni bringt Hitze und Überflutungen

Der Juni war in der Region Rorschach 1,7 Grad zu warm – und viel zu nass. Mit 192 Millimetern fiel 88 Prozent zu viel Niederschlag. Von Überschwemmungen, wie sie starke Gewitter bei Bächen andernorts in der Ostschweiz auslösten, blieb die Region indes verschont.

Andreas Walker
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REGION. Der Juni startete mit sonnigem Hochdruckwetter, so dass die mittleren Tagestemperaturen während der ersten Juniwoche in der ganzen Schweiz 5 bis 8 Grad über der Norm der Jahre 1981 bis 2010 lagen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichten beidseits der Alpen 30 bis 33 Grad.

Bäche treten über

Diese hochsommerliche Periode endete mit Gewittern, Starkniederschlägen und Hagel. Anschliessend brachte eine Bisenlage vom 8. bis 10. Juni kühlere Verhältnisse. Auf der Alpennordseite sanken die mittleren Tagestemperaturen 1 bis 3 Grad unter die Norm. Vom 11. bis 14. Juni floss mit der Umstellung auf eine Südwestlage feuchtwarme Mittelmeerluft in den Alpenraum. Dadurch stiegen die mittleren Tagestemperaturen verbreitet 3 bis 5 Grad, in den Föhngebieten sogar 6 bis 8 Grad über die Norm. Die Tageshöchstwerte lagen im Norden bei 28 bis 30 Grad.

Am 14. Juni entwickelte sich in der ganzen Schweiz eine intensive Gewitteraktivität. Dabei fielen besonders heftige Niederschläge in der Ostschweiz zwischen Winterthur und dem Bodensee. In wenigen Stunden fielen 40 bis 110 Liter Regen pro Quadratmeter, was lokal massive Überschwemmungen verursachte, etwa in Kradolf-Schönenberg TG oder auf der Autobahn bei Wil. In Güttingen TG wurden gar Niederschlagsrekorde gebrochen. Die gemessenen Werte sind gemäss den vorliegenden Statistiken nur alle 50 bis 100 Jahre zu erwarten.

Kühle Monatsmitte

Vom 15. bis zum 23. Juni war die Witterung dann vorwiegend tiefdruckbestimmt und die Tage waren mehrheitlich zu kalt. Mit dem Durchzug einer Kaltfront aus Nordwesten sank die Schneefallgrenze am 18. Juni auf gegen 2500 Meter über Meer, in der anhaltenden feuchtkühlen Nordwestströmung am 20. Juni im Osten sogar unter 2000 Meter. Auf der Alpennordseite verharrten die Tagesmitteltemperaturen am 20. und 21. Juni verbreitet 3 bis 4,5 Grad unter dem Durchschnitt. Die Tageshöchstwerte lagen im Osten nur noch bei 17 bis 19 Grad. Eine weitere Kaltfront aus Nordwesten liess die Temperaturen am 23. Juni im Norden abermals mehrere Grad unter den langjährigen Durchschnitt sinken.

Erst ab dem 24. Juni kehrte mit zunehmendem Hochdruckeinfluss die Sonne zurück. Am Monatsende wurde sogar die 30-Grad-Marke geknackt, und der strahlend heisse letzte Junitag leitete die bis heute andauernde Hitzewelle ein. Über den ganzen Monat betrachtet erlebte die Schweiz laut MeteoSchweiz den viertwärmsten Juni seit Messbeginn 1864. Übers ganze Land gemittelt war es 1,8 Grad zu warm. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Junitemperatur 18,3 Grad und lag damit 1,7 Grad zu hoch.

Viel zu viel Regen am Bodensee

Die regional sehr unterschiedliche Gewittertätigkeit brachte entsprechende Differenzen in den Niederschlagssummen. Während auf der Alpensüdseite und im Genferseegebiet zum Teil nur rund die Hälfte der normalen Menge fiel, gab es in der Ostschweiz regional 150 bis 190 Prozent der Norm. Auch am Bodensee war der Niederschlag überdurchschnittlich. Das Juni-Total betrug 192 Liter pro Quadratmeter und entspricht satten 188 Prozent der Norm. Trotzdem erreichte der Juni in der Region Rorschach dank der sonnigen Tage am Monatsende eine leicht überdurchschnittliche Anzahl Sonnenstunden. Am Bodensee wurde eine Sonnenscheindauer von 254 Stunden registriert, 114 Prozent des Mittels.

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