Jungpolitiker präsentierten sich

HEERBRUGG. In der Kanti-Aula standen gestern Abend sechs junge Kantonsratskandidaten zu ihrer Meinung. Zwei von ihnen hatten zum Jungpolitiker-Podium über Asylfragen, die Durchsetzungsinitiative und die Cannabis-Legalisierung eingeladen.

Max Pflüger
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Auf dem Jungpolitiker-Podium diskutierten (von links) Marcel Adolf (SVP), Thomas Percy (FDP), Andreas Zoller (CVP), Ramon Waser (GLP), Diogo Zünd (Grüne) und Ramon Sapin (SP) unter der Leitung von Moderatorin Jenny Reichert (Mitte). (Bild: Max Pflüger)

Auf dem Jungpolitiker-Podium diskutierten (von links) Marcel Adolf (SVP), Thomas Percy (FDP), Andreas Zoller (CVP), Ramon Waser (GLP), Diogo Zünd (Grüne) und Ramon Sapin (SP) unter der Leitung von Moderatorin Jenny Reichert (Mitte). (Bild: Max Pflüger)

Initianten des Jungpolitiker-Podiums waren die beiden Kantonsratskandidaten Ramon Waser (GLP) und Thomas Percy (FDP). Mit ihnen diskutierten gestern Abend vier weitere junge Kantonsratskandidaten: von der SP Ramon Sepin, von der SVP Marcel Adolf, von der CVP Andreas Zoller und von den Grünen Diogo Zünd.

Die Idee des Abends war, die Meinung der jüngsten Kantonsratskandidaten in die öffentliche Meinungsbildung einfliessen zu lassen. Schade war, dass sich nur wenige Interessierte eingefunden haben, was vielleicht an den noch hochgehenden Fasnachtswellen lag. Die Jungpolitiker diskutierten engagiert und frisch von der Leber weg, manchmal in ihrer Argumentation verwegen und recht kreativ.

Einer gegen alle

Die erste Frage, welche die Moderatorin Jenny Reichert vorgab, lautete: «Wie stellen Sie sich zur Legalisierung von Cannabis?» Politisch ist diese Fragestellung in der öffentlichen Diskussion wohl weniger aktuell, doch auf dem Podium der Jungen schien die Frage zu interessieren.

Einer stellte sich dabei gegen alle anderen fünf. Nur der Grüne Diogo Zünd sah die Legalisierung als Gefahr und wollte nichts von ihr wissen: «Ich habe viele gesehen, die rauchen, und empfinde das als hinderlich für die Entwicklung. Viele von ihnen landen in der Sozialhilfe.»

Die anderen fünf Podiumsteilnehmer zeigten sich Cannabis gegenüber liberaler. So etwa Thomas Percy (FDP): «Es wird so oder so gekifft. Es kommt aufs Mass an, wie bei Alkohol und Tabak. Ich setze da auf Eigenverantwortung.» Er fand bei den anderen Jungpolitikern breite Unterstützung.

Asyldebatte

Danach wollte Jenny Reichert das Bauvorhaben des Bundes eines neuen Asylzentrums in Altstätten diskutieren.

Marcel Adolf (SVP) ging darauf ein und meinte: «Ich hätte zuerst die Bevölkerung gefragt, ob sie dieses Asylzentrum will. Doch die Bundesbehörden ordnen so etwas einfach an. Die Befürchtungen der Bevölkerung werden nicht ernst genommen.»

In der Folge geriet die Frage zu einer Asyldebatte, in der die Jungpolitiker im Grossen und Ganzen die Meinungen ihrer Mutterparteien vertraten.

Alle gegen einen

Die interessantesten Gespräche ergaben sich aus der Diskussion der Durchsetzungsinitiative. Alle gegen einen, alle gegen den Vertreter der SVP.

Thomas Percy argumentierte ordnungspolitisch. Für ihn ist die Durchsetzungsinitiative eine «Entrechtungsinitiative». Sie zerre an den Grundlagen der modernen Demokratie, am Rechtsstaat und an den Menschenrechten. Für Ramon Sepin grenze sie an Rassismus, ebenso für Diogo Zünd.

Der in der Initiative umschriebene Katalog, was alles kriminell sei, sei zu hart, meinte auch Andreas Zoller (CVP). Marcel Adolf dagegen empfand die Aufzählung als korrekt: Sie umfasse nur kriminell bedeutende Tatbestände.

Hier geriet die Diskussion bisweilen zur Kabarettnummer und entlockte dem Publikum mehrmals amüsiertes Schmunzeln. Die Jungpolitiker brachten auf beiden Seiten übertriebene Einzel- und an den Haaren herbeigezogene Sonderfälle zur Sprache. Den noch wenig erfahrenen Politikern sei dies verziehen.

Propaganda für sich

Und einig konnten sie sich ohnehin nicht werden. Die Moderatorin brach daher zur rechten Zeit die Diskussion ab und gab abschliessend jedem der sechs Kandidaten kurz das Wort, um sich vorzustellen und zu erklären, warum gerade er ins Kantonsparlament gewählt werden soll.